Donnerstag, 7. Oktober 2010

Empfang der Deutschen Botschaft

Auf den Ausflug am Samstag folgte am Sonntag gleich das nächste Highlight: Der Empfang der Deutschen Botschaft anlässlich der Wiedervereinigung vor 20 Jahren, gefeiert um 19:00 Uhr im Radissonhotel hier in Tbilissi.
Ja, und was braucht man für so einen Anlass?? Richtig, ansehnliche Klamotten. Also war erstmal Shoppen angesagt. In den kleinsten Kellerläden gab es Sachen von H&M, Only, Esprit usw., nur keine Extrageschäfte dazu, im ersten Moment etwas irritierend. Aber große Kaufhäuser wie Karstadt oder Galeria Kaufhof scheinen hier eher die Seltenheit zu sein und laut einer meiner Schülerinnen, der Salome, auch sehr teuer.
Aber egal, erfolgreich waren wir trotzdem und gut vorbereitet für das bevorstehende Event auch.
So rückte der Empfang näher... Samstag Ausflug... und da war schon Sonntag.
Pünktlich auf den letzten Drücker fiel mir natürlich ein: Ich habe keine Handtasche! Meine Rettung: Salome, die mir im strömenden Regen entgegenkam und ihre Handtasche für den Abend hergab. ^^
Nun endlich voll ausgerüstet ging es ab zum Radissonhotel... Schon die Straße davor ging mir langsam der Hintern auf Grundeis, lauter große Autos mit Botschafterkennzeichen und gleich vor dem Hotel erstmal ein Fernsehteam. Aber nachdem ich unsere Jungs gefunden hatte, war ich schon erleichterter, so schafften wir gemeinsam, händeschüttelnd den Weg über den Roten Teppich, vorbei an den Kameras, hin zum Sektempfang.
Den Rest des Abends prägten Reden über die Deutsche Wiedervereinigung, die Vorbildwirkung für Georgien und ein typisch deutsches Buffet (Brezeln, Sauerkraut mit Würstchen, Schnitzel, Kartoffelbrei usw., kein Scherz). Getränke wurden auch in Massen verteilt.(Magnus erhielt z.B. ungewollt eine Ladung Rotwein, da er seinen Kirschsaft im Weinglas bekommen hatte und die Kellner immer ganz zuvorkommend nachschenkten, zum Glück war Konrad da.)

Ich sage dazu einfach mal nix.
Der Abend endete jedenfalls früh, da Empfänge anscheind nicht als lange Partys gedacht sind, schade eigentlich. ^^
Doch so konnte ich noch etwas Zeit mit meiner Gastfamilie und der Austauschschülerin Giulia aus Deutschland verbringen...

Montag, 4. Oktober 2010

Kazbegi im tiefsten Kaukasus.

Kulturweitfreiwillige haben eindeutig zu viel Zeit.
Blick auf den Kaukasus
Eigentlich nicht, aber wenn ich jetzt hier schreibe, dass wir auch dieses Wochenende wieder einen Ausflug gemacht haben, könnte man glatt auf diese Idee kommen. Am Samstag ging es mit den anderen Frewilligen, einigen deutschen Lehrern und zwei Aserbaidschanern per Marschrutka tief in den Kaukasus nach Kazbegi, einem Ort am Fuße des Berges Kasbeg in 1700 m Höhe. Die Fahrt dorthin zu beschreiben, ist relativ schwer, ich sage mal so, die Straßen in den Bergen könnten besser ausgebaut sein bzw. wären weniger Schlaglöcher und Unebenheiten nicht verkehrt. ;-) 
Gruppenfoto! ^^
Zur Erholung der wiederholt gestauchten Wirbelsäule machten wir auch einige Pausen an Aussichtspunkten, einer Wasserquelle und einer Festung, wo nicht selten alte Frauen zu sehen waren, die am Straßenrand saßen und ihre selbstgefertigten Artikel (Socken, Süßigkeiten, Schmuck) verkauften. Ein echt unangenehmer Job, da es im Kaukasus ungefähr 10 °C kälter ist als hier in Tbilissi und windig noch dazu! Das bekam ich auch zu spüren, als wir in Kasbegi ankamen und uns zum Picknicken auf eine Wiese am Fuße des Kasgerbs setzten. Auch ein T-Shirt + drei Sweetjacken bewarten mich nicht vor der Kälte, erst Konrads Pullover brachte die ersehnte Wärme (ein Dankeschön an dieser Stelle nochmal).
Die Kirche Zminda Sameba schafften wir leider nicht mehr zu besichtigen, stattdessen fuhren wir noch bis an die Grenze zu Russland, die wir natürlich nicht passieren durften, dafür waren die dortigen Beamten sehr nett und gesprächig .
Grenze zu Russland

Den Abschluss des Tages bildeten Tiefkühlchinkali und das Scarlet, ein kleiner Club in der Nähe der Dadianistraße, dort konnte der Tag ruhig ausklingen....

So in etwa hat es die ganze Zeit geholpert...

Freitag, 1. Oktober 2010

Eine kleine Zeile zwischendurch...

An dieser Stelle wollte ich einfach mal meine Gastfamilie erwähnen, bei der ich momentan lebe und die mich unbeschreiblich herzlich in ihrer Mitte aufgenommen hat. Ich fühle mich hier echt wohl und mein Georgisch verbessert sich so auch langsam, besonders da sich Teo (meine Gastschwester) vorgenommen hat, mir jeden Tag mindestens ein georgisches Wort beizubringen.
Damit fingen wir vorhin in lustiger Runde auch an: Teo, Tamta (ihre jüngere Schwester), die Mama und Giulia (eine deutsche Austauschschülerin, bis nächsten Samstag bei uns wohnhaft). 
Mein heutiges Wort war: da = Schwester ("Ich liebe dich" habe ich eigentlich auch noch gelernt).
Diese Georgischstunde war einfach total schön, ich beginne mich echt langsam heimisch zu fühlen und freue mich auf die nächsten 3 Monate in dieser Familie. (Trotz, dass ich immer zum Essen gezwungen werde ;-) )

Anhang: Dafür kann Teo jetzt "BRUMMER!".

Montag, 27. September 2010

Ein Wochenende Batumi!

Irgendwo zwischen Tbilissi und Batumi
Einfach mal was Dummes tun! Ja, das war wohl mein Gedanke, als ich Freitag spontan beschloss, mit Sabrina und den anderen Freiwilligen (also wer Lust dazu hatte) per Marschrutka 6 Stunden nach Batumi zu fahren. Auf jeden Fall eine coole Idee, also gesagt getan: Jutta buchte noch schnell ein Hotel für uns und gegen 21 Uhr ging es dann los, vom Hauptbahnhof Tbilissi durch die Nacht nach Batumi.
Unser Hotel
Um kurz nach 3 Uhr dann das ersehnte Eintreffen in Batumi. "Nur noch ab zum Hotel", war mein Gedanke, haha, Pustekuchen! Nach einer verzweifelten Suche durch Schlaglöcher, Pfützen und Schlamm, entpuppte sich unser Hotel als Schiff mit vielen unangenehmen Bewohnern darin (Kakerlaken und Massen an Mücken). Doch nach einem gemütlichen Beisammensein konnten selbst diese mich nicht mehr stören. 
Tolles Wetter! ;-)
Samstag: Boah, fiel das Aufstehen schwer, doch ich schaffte es! Sabrina, Kai und Konrad schließlich auch, also konnte es 15 Uhr endlich an den Strand gehen. Leider wanderten wir auf dem Weg dorthin erst in die falsche Richtung, nicht so positiv für das Zeitmanagement. Aber egal! Wir erreichten den Strand trotzdem und konnten nun endlich unser Frühstück einnehmen und den wunderschönen Ausblick genießen! 
Lascha, Sabrina und ich
Baden war aufgrund des schlechten Wetters allerdings nicht möglich. Doch nachdem uns die Jungs wegen eines Fußballspieles im Stich gelassen hatten, dauerte es nicht lange und zwei nette Georgier (Lascha und Irakli) luden Sabrina und mich zum Essen und trinken ein, ein echt schöner lustiger Abend!
Der Sonntag brachte dann endlich Badewetter mit sich, sodass wir die letzten 2 Stunden entspannt am Strand liegen und baden konnten. Hätte allerdings nicht damit gerechnet, einen Sonnenbrand zu bekommen! Wahnsinn, ich sehe aus wie ein Krebs. ;-) 
Zurück ging es dann wieder knapp 6 Stunden mit der Marschrutka durchs Land (nachdem wir feststellen mussten, dass ein Zug erst gegen 22:30 Uhr nach Tbilissi fahren würde), sodass mich meine Gastfamilie sichtlich froh über meine Rückkehr gegen 23 Uhr endlich wieder in die Arme schließen konnte! Und das Beste: Ein Geschenk habe ich auch noch bekommen! Diese Familie ist echt so lieb!
Der Ausflug war wirklich schön, ich möchte auf jeden Fall nochmal nach Batumi, aber das nächste Mal kommt Teo mit! So!

Ein kleiner Eindruck aus einer Marschrutka um 2 Uhr morgens irgendwo im Nirgendwo...

Dienstag, 21. September 2010

Ich bin da!!!

Die letzte Meldung ist schon eine Weile her, ich weiß, aber dafür jetzt die erlösende Information: Ich bin in Tbilissi angekommen, ohne Schaden, mit vollständigem Gepäck und nun schon 3 Tage nach meinem Eintreffen um tausende Erfahrungen reicher!
Der Flug war ja schon total hammer, der Erste für mich und mein Fazit: Ich will nochmal! Am Flughafen  in Tbilissi wurden wir Freiwilligen alle dann auch von unseren Betreuern abgeholt und Sabrina und ich zumindest herzlich bei Jutta daheim aufgenommen. Nun schlafen wir beide seit Samstag neben den Meerschweinchen. Am gleichen Abend erhielt ich noch eine Stadtführung und gleich das erste traditionell-georgische Essen, Chincali und Käsebrot (der georgische Name ist mir gerade entfallen), sehr lecker. 
Sonntag folgten für die anderen Freiwilligen und mich eingeschlossen (auch wenn es mich vorerst nicht betrifft) Wohnungsbesichtigungen, eine war dann auch gleich die Richtige, sodass noch am selben Abend eingezogen werden konnte, jedenfalls taten das die Jungs. Das neue Heim musste natürlich noch gefeiert werden, ist ja klar... 
Naja, immer ganz schön, nur leider nicht, wenn man am nächsten Morgen völlig müde zum ersten Mal in die neue Schule muss. Aber überlebt haben Sabrina und ich das auch, schließlich sind die Schüler und auch Lehrerinnen total nett! Ich habe mich echt gefreut, so nett und interessiert Empfangen zu werden. Die Zeit mit den Schülern wird bestimmt super!
Nach der Schule war dann auch wieder keine Ruhe angesagt, die nächsten Wohnungen warteten auf eine Besichtigung, welche nicht sehr lohnend waren, und anschließend ging es zum Abendessen mit deutschen Botschaftern, ein netter Abend, an dem mich besonders die tolle Aussicht über Tbilissi begeisterte. Leider habe ich bis jetzt noch keine Fotos gemacht, da ich ständig meine Kamera vergesse. ^^
Vielleicht ändert sich das ja heute noch, Gelegenheit habe ich gleich beim Essen noch, bevor ich morgen endlich in meine Gastfamilie ziehen kann! 
Von dort gibt es dann wahrscheinlich die nächste Meldung...

Nariqala bei Nacht
Das Fazit bis jetzt: Tbilissi ist echt eine der schönsten und faszinierendsten Städte, die ich je gesehen habe und ich liebe sie schon jetzt. Die Sprache ist sehr schwer, aber ich taste mich täglich weiter an sie ran und hoffe, sie bald besser zu kennen. Der Autoverkehr ist hier eine Katastrophe, den Tüv gibt es nicht und manche Autos auch bald nicht mehr. Dafür ist das Essen total lecker, muss noch aufpassen, dass ich nicht zu dick werde. ;-) Die Raucher und Biertrinker freuen sich zusätzlich noch über andere köstliche und  sehr preistwerte Konsumgüter. ;-)

Freitag, 17. September 2010

Auf geht's!

Nun ist es geschafft, ich bin in Muenchen am Flughafen, im Novotel um genau zu sein und morgen geht es endlich los. 9:25 Uhr startet die Maschine mit mir drin nach Georgien...


Meine Homezone!
Die Ereignisse der letzten zwei Wochen kann ich kurz zusammenfassen: Kulturweit-Vorbereitungsseminar!
Wie man aus dem Namen schon erahnen kann, habe ich mich dort intensiv mit meinem Gastland, wahrscheinliche Anforderungen dort an mich, dem Kulturbegriff, meiner Entsendeorganisation, versicherungstechnischen Dingen usw. beschaeftigen duerfen. Als etwas Besonderes wollte ich dort nochmal meine Homezone (eine Gruppe von etwa 10 Leuten, die sich taeglich trifft und ueber den Tag austauscht) erwaehnen, die ich sehr ins Herz geschlossen habe und in der ich sehr viel Spass hatte. Freue mich schon, von meinen Homies zu hoeren, was ueberall auf der Welt so los ist. =)


Gestern war schliesslich mein letzter Tag in der Heimat und der Abschied heute Morgen fiel mir echt schwer. Aber es war schoen, nochmal zu Hause gewesen zu sein und staerkt mich fuer die grosse Reise, welche erstmal mit mehr als 6 Stunden Fahrt hierher begann.
Ich freue mich nun mehr denn je auf Georgien und bin schon richtig auf den morgigen Tag gespannt.
Auf geht's nach Tiflis!


(sorry fuer moegliche Rechtschreibfehler, die Tastatur ist hier echt nicht so schoen, wird nochmal ueberarbeitet =) )

Sonntag, 5. September 2010

Abschied von meinen Jungs!

Neben den Vorbereitungen für Fsj und Vorbereitungsseminar (ab morgen in Berlin) beschäftigten mich diese Woche nun auch die ersten Abschiede. 
Tino und meine Person
Diese begannen in Hildesheim und zogen sich ab Freitag schließlich nach Aschersleben. Nicht nur meine Oma genoss nochmal die vorerst letzte Zeit mit ihrer Enkelin, auch meine Freunde schlossen sich gestern an. Natürlich zeitlich getrennt. ;-)
Deswegen widme ich diesen Eintrag mal Matthias, Harry, Olli, Basti und auch Tino, die sich einen schönen Abend im Panda (einem chinesischen Restaurant) mit mir machten und es sich auch bei fast 0°C nicht nehmen ließen, den Abend ruhig unter freiem Himmel nochmal gemeinsam ausklingen zu lassen!
Es war echt schön gestern und ich werde euch wahnsinnig vermissen!
Bis nächstes Jahr ihr Lieben, dann geht wieder die Post ab. ;-)

Jessi

Nochmal ein Gruppenfoto mit Basti, Matthias, Harry, Olli, mir und meinem Freund Phil unten in der Mitte