Freitag, 31. Dezember 2010

Frohe Weihnachten noch und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Lange ist der letzte Bericht her, also hier mal wieder ein Lebenszeichen. Seit dem letzten ist einiges passiert: Türkeiaufenthalt, Vorbereitung einer Adventsfeier in der Schule, Umzug und schließlich Weihnachten in Deutschland. Von allem gibt es jetzt einen kurzen Abriss.

Türkeiaufenthalt: Also nach der schönen, aber anstrengenden Reise kam ich in Ankara an und verweilte dort 5 Tage. Die Hälfte der Tage war durch das Kulturweitzwischenseminar gekennzeichnet, der Rest war vor allem Spaß und gemütliches Zusammensitzen. Gerade die Abende waren sehr schön und ich empfand es als sehr hilfreich, auch von anderen Freiwilligen zu hören, was sie so erleben, was sie tun und was insgesamt so in andern Ländern, in denen man wahrscheinlich noch nicht war so los ist. Ankara war an sich als Stadt auch sehr nett, aber mir etwas zu ruhig, sodass ich mich am Freitag dann auch riesig auf Istanbul freute. Die drei Tage dort waren auch echt einfach wunderschön! Istanbul ist mit seinen fast 13 Millionen Einwohnern schon etwas größer als Tiflis und das merkte man auch. Da war es nur klar, dass ich die Tage und vor allem auch Abende möglichst gut ausnutzte. Starthilfe gar es dafür von Karen und Nike, zwei Freiwilligen in Istanbul, die sich gut auskannten. Der zweite Abend war besonders lustig, da ich in einem Straßencafé/ Shishabar zwei nette Holländer traf, die auf einem Seminar in Istanbul gewesen waren und ihren letzten Abend in der Metropole nutzten. Es war sehr schön mit ihnen zu sprechen und das Treiben in der kleinen Straße zu genießen...
Den Sonntag war dann mal ein richtiger Touristentag dran: Shoppen, Moscheen besichtigen und Hamam. Die großen Moscheen in Istanbul sind natürlich der Hauptanzugspunkt für ausländische Besucher, dementsprechend ist die Atmosphäre darin auch etwas anders als in der kleinen Moschee in Trabzon, trotzdem fühlte ich mich in ihnen sehr wohl und genoss es, einfach auf dem Teppich zu sitzen, den Kindern beim Spielen zuzusehen und die wunderschönen Wandverzierungen zu betrachten. Alles in allem schon sehr entspannend, doch das Hamam lies ich mir nicht nehmen. Die Schaummassage war einfach super und tat nach der ganzen Reise zuvor sehr gut. Nette Menschen traf man auch dort gleich wieder... Am letzten Tag stand dann nur noch Souvenirshoppen auf dem Programm und abends schließlich der Rückflug... Das war dann die Türkei, dich ich auf jeden Fall noch öfter besuchen werden, da es dort viele interessante Dinge zu entdecken gibt...

Adventsfeier: Vom Flughafen ging es für mich dann auch fast direkt in die Schule, da am Morgen meines Eintreffens auch die schriftlichen DSD-Prüfungen anlagen, die bis zum Nachmittag dauerten. Eine Woche später folgten die mündlichen Prüfungen, während denen ich vor allem im Vorvorbereitungsraum saß und den Schülern versuchte die Anspannung zu nehmen, meine fleißigen Helfer: Spekulatius, Mandarinen, Bonbons und Saft. An dieser Stelle Gratulation an alle Absolventen! Um die Prüfungen herum war ich mit Vorbereitungen für die am Freitag (19.12.2010) geplante Adventsfeier beschäftigt: Basteln mit den kleinen Schülern (Sternenkörbchen, Christbaumschmuck etc.), Märchen zu Papier bringen und dazu ein Quiz erstellen mit den Schülern der 7. Klasse und letztendlich auch Theaterproben mit den Schülern der 9. Klasse. Das Theaterstück war zum Glück nicht sehr lang, sodass es kein Problem war, dass der Prinz auch einen Tag vor der Aufführung seinen Text nicht konnte. Ich bin stolz auf alle und habe mich sehr gefreut, dass das Stück so gut geklappt hat. Insgesamt waren es zwei arbeitsintensive Woche, aber es hat sich gelohnt und ich bin froh über das Ergebnis.

Umzug: Zu den Prüfungen, den Vorbereitungen für die Adventsfeier und einer Erkältung, die sich bis heute hartnäckig hält, kam auch noch mein Auszug aus meiner Gastfamilie und der Einzug in die neue Wohnung mit Konrad. Der „Abschied“ von Teo fiel mir echt schwer und auch das kleine Zimmer mit den Heiligenbildern über meinem Bett war inzwischen doch mein Zuhause geworden. Aber ich kann ja jeden Tag vorbeikommen (was ich einen Tag später auch gleich tat) und Teo kommt bestimmt auch noch oft zu mir. Die neue Wohnung schaffte es jedenfalls schon etwas die Trauer zu mindern. Sie ist sehr geräumig, auch wenn mein Zimmer eher ein kleines Wandkabuff ist, aber sehr gemütlich, und auf der Dachterasse bzw. im Wohnzimmer vor dem Kamin finden viele Gäste Platz. In einer fünfstündigen, nächtlichen Putzaktion richtete ich mich auch gleich häuslich ein: die hässlichen Kristallschalen und -vasen wurden in die hinterste Ecke des Schrankes verbannt, das Bad bekam durch ein kleines Regal mit Handtüchern und allerlei Deko eine warme Atmosphäre und von den Wänden meines Zimmer schauen mich mein Freund, meine Mama und mein Bruder an. Zusätzlich wusch ich das komplette, in der Wohnung vorhandene, Geschirr ab, eine echt nervige Arbeit! Für eine Einweihungsparty war leider keine Zeit, aber das kommt vielleicht noch... (Anhang: Trotz Konrads Hinweise auf von ihm erlegt Kakerlaken, ich habe diese netten Mitbewohner noch nicht kennengelernt und hoffe, dass ich das auch nicht mehr werde.)

Weihnachten: Nun zum Highlight des Dezembers! Natürlich wollte auch ich wie die meisten Weihnachten gemütlich mit meiner Familie verbringen, weswegen ich Anfang November einen Flug nach Deutschland buchte, wovon allerdings nur wenige wussten. Die eingeweihten Personen wie z.B. meine Patentante Kathrin, ihr Mann der Michi und mein Freund halfen mir gerne dabei, meine Reise in das traute Heim vorzubereiten. Die größte Schwierigkeit: Sich nicht vor Mama, meinem Bruder, meiner Oma oder Freunden von diesen zu verquatschen. So versuchte ich schon zwei Tage vor dem Flug den Kontakt nach Hause zu vermeiden, da die Aufregung die geplante Überraschung wohl verdorben hätte. Am Freitagabend startete dann mein Bus Richtung Trabzon zu Ege, wo ich bis zu meinem Flug Sonntag blieb. Anders als beim letzten Mal präsentierten mir dieses Mal die Grenzbeamten beim nächtlichen Passieren der Grenze ihre „guten“ Deutschkenntnisse und unterhielten mich auch beim Einkauf in „Duty Free“. Gut gelaunt traf ich so in Trabzon ein und holte bei Ege erstmal ein paar Stunden Schlaf nach, wobei mir seine Hündin Venus Gesellschaft leistete. Ein so bezaubernder Hund, ich liebe sie einfach! Am nächsten Tag ging es dann von Tarbzon nach Istanbul und von dort aus in der Nacht weiter nach Berlin, wo mich mein Freund Phil und der Michi schon erwarteten. Durch Schneestürme, Glatteis, Schneeverwehungen und querstehenden LKWs manövrierte uns Michi sicher nach Aschersleben, einen riesengroßen Dank an Michi nochmal! Pünktlich 6:00 Uhr morgens schlich ich mich dann unter dem Fenster meiner Mama hindurch, als sie, just in diesem Moment vom Wecker geweckt, ihr Licht einschaltete. Phils Ankündigung, er hätte ein Paket aus Georgien mitgebracht, realisierte meine Mama im ersten Moment genauso wenig wie mich, als ich schließlich in der Tür stand und sie mit einem „Hallo“ begrüßte. Mein Bruder war da schon etwas euphorischer: Ich weckte ihn und bekam ein „Was machst du denn hier?“ zurück, nach dessen Antwort er sich promt nochmal herumdrehte und das ganze erstmal bei einem kleinen, halbstündigen Schläfchen nochmal sacken lies. Natürlich war die Freude später dann sehr groß, bei meiner Oma ebenfalls. Die folgenden Tage genoss ich dann mit meiner Familie und meinem Freund in besinnlicher, weihnachtlicher Atmosphäre neben dem Weihnachtsbaum und mit vielen Süßigkeiten. Von diesen habe ich mehr als genug mit nach Georgien genommen, sicher zum Spaß der Zollbeamten und Sicherheitskräfte am Flughafen, die meinen Rucksack auch alle mal öffneten.

Nun bin ich also nach schönen weihnachtlichen Tagen im verschneiten Deutschland wieder im dagegen relativ warmen Tbilissi und freue mich auf das bevorstehende Neujahrsfest!

Ich wünsche euch allen noch fröhliche Weihnachten nachträglich und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Urlaub ist doch etwas anders.


Mittwoch, 22:55 Uhr: Start! Auf geht es in die Türkei, oder besser erstmal  mit dem Nachtzug nach Batumi. Wie die meisten Verkehrsmittel in Georgien war auch unser Zug früher scheinbar einmal in russischen Händen gewesen, wovon der äußere Farbanstrich auf den ersten Blick noch versuchte abzulenken. Doch wenn ich Erzählungen meiner Mama und einiger Freunde Glauben schenken darf, war der erste Schein nur Tarnung, innen begeisterte unser Zug durch platzsparende Käfighaltung und zusätzlich Aufpasser, die streng auf die Ruhe von uns Chicken Nuggets achteten. Jede Kabine, schätzungsweise 1,5 m x 2 m hat vier Betten, die im Regelfall auch alle belegt sind. So wundert es nicht, dass ich bei uns gleich mal nette Leute traf, eine georgische Dirigentin, die gerade aus LA für ein Konzert in ihre Heimat zurückgekehrt war, ihre Tochter und einen Weltenbummler aus Malta. Das machte den ersten Teil der Fahrt schon sehr interessant, der zweite hielt dann einige Hindernisse bereit, z.B. eine nichtfunktionsttüchtige Klimaanlage, sowie ein georgisches Zugklo. Zweites werde ich besser nicht so genau ausführen, mein Fazit ist nur: Ich werde mich nie, nie wieder über Zugtoiletten der DB beschweren! Der erste Teil mit der Klimaanlage war da bald noch etwas problematischer…  Ich schlafe ja gewohntermaßen lieber in den oberen Betten, solange ich die Wahl habe, hier jedoch räumte ich diesen Platz schnell wieder, da sich in unserer Kabine rasant Temperaturen von mind. 40 °C entwickelten und es unten an der Tür doch schon etwas besser auszuhalten war. Wie man sich sicher schon denken kann, ja, das Fenster ließ sich nicht öffnen, lediglich die Tür. Jedoch sorgten sich im Zug scheinbar auch ein paar Polizisten um die Nachtruhe, sodass diese regelmäßig wieder geschlossen wurden, sobald ein Chicken Nugget das Licht des Flures erblickte. In unserem Fall, war das aber gar nicht erst nötig. Unsere Kabinenmitbewohner mochten scheinbar die warme Luft und es entstand in Wechsel zwischen ihnen und mir, Tür zu und Tür wieder auf. Zum Glück schlief die nette Dame aus LA sehr fest und unüberhörbar, dass auch ich die meiste Zeit schlummern konnte, versiegte einmal die Rodung der umliegenden Wälder, konnte ich mich ruhig darauf einstellen, in den nächsten 5 min die Tür wieder öffnen zu müssen. 

Überlebt haben wir die Zugfahrt trotzdem, wie ist egal, aber wir schafften es. Nun ging es in Batumi erstmal ans Frühstücken und anschließend zum Strand, um etwas die kühle Meeresluft genießen zu können.  Batumi ist um diese Jahreszeit leider etwas zu kalt und zu windig zum Baden, doch reicht schon der Blick auf das Meer, der zu unserem Glück auch nicht verregnet war, was sonst dort häufig der Fall sein soll. 
Nach der Ruhepause und immer noch ohne Dusche ging es dann weiter zur Grenze zwischen Georgien und der Türkei. Ein echt schönes Gebiet mit Gebirge und Meer zu beiden Seiten. Auch hier wurden wir als scheinbar betuchtere Europäer, die sich schon etwas über den Anblick einer sich im Bau befindenden georgisch-orthodoxen Kirche und einer Moschee in schätzungsweise 500m Entfernung (Luftlinie) befanden, erkannt und entweder angebettelt und winkend begrüßt. Unsere erschöpfte Erscheinung änderte an beidem nichts. Die Grenzbeamten dagegen hatten erstmal Spaß mit unseren Pässen bzw. den Namen darin, manche waren für sie wohl doch etwas seltsam, so brach sich eine jüngere Grenzerin fast die Zunge an meinem Nachnamen. 
Nach der Grenze folgte dann eine kurze Taxifahrt nach Hope, von wo aus wir unseren Bus nach Trabzon nehmen wollten. Bei der Ankunft erlitt ich den ersten Kulturschock, vor mir war schon mein Gepäck aus dem Auto ausgestiegen und mit netten Leuten von Busfirmen in ihre Büros verschwunden, wo es freudig mit diesen auf mich für die nächste Busfahrt wartete. Wir entschieden uns dann schließlich auch für einen Bus, der uns sicher und wohlbehalten nach Trabzon brachte. 
Geld holen, türkischer Döner und wieder einer kurze Taxifahrt später erreichten wir dann auch unseren Schlafplatz bei dem netten und äußerst gastfreundlichen Couchsurfer Ege, der uns alle 6 trotz Prüfung am nächsten Tag freudig aufnahm und uns gleich mal ein türkisches Pub zeigte. Ein sehr schöner Abend…
  Eigentlich sollte es auch bei einer Nacht bleiben, doch die Dusche am nächsten Morgen überzeugte mich doch: Ich bleibe noch eine Nacht!  Damit war ich auch nicht allein, bis auf Magnus erfüllten wir alles Eges Wunsch und blieben noch eine Nacht länger. Verstärkung bekamen wir auch, ein holländischer Couchsurfer gesellte sich zu uns.  Der Tag war dann natürlich ideal, sich Trabzon genauer anzuschauen, ein Museum, von dem man eine echt schöne Aussicht hatte, machte den Anfang (also das Museum war besser gesagt eine Kirche). Danach schlenderten wir noch durch die Stadt, kauften etwas ein, entspannten im Atatürkpark und Konrad, Kai und ich besichtigten noch schnell eine Moschee. Letzteres war etwas seltsam für mich, da ich keine Ahnung hatte, wo ich überhaupt hingehen oder was ich tragen sollte. Aber ein netter Türke wank mich freudig in den Gebetsraum der Männer, sodass ich mir diesen auch ruhig anschauen konnte. Am Abend hatten wir alle dann noch viel Spaß mit Egge und seinem holländischen Freund, bis ich zumindest fast tot ins Bett fiel in Erwartung einer 14-stündigen Busfahrt am nächsten Tag… 
Und nochmal eine Dusche, etwas chillen und Beine ausstrecken, dann ging es am Samstagabend in den Bus nach Kayseri und wieder hatten wir das alt bekannte Problem der Wärme. Der Bus hatte gefühlte 40°C, was wir nach langem Rätseln auf die Heizung zurückführen konnten, die auf scheinbar die ganze Zeit auf oberster Stufe lief. Von Kayseri sahen wir zunächst nur den Busbahnhof, da wir gegen Mittag gleich weiter nach Göreme fuhren, einer kleinen touristenüberlaufenen Stadt mitten in der Türkei, wo sich Höhlen aus dem 10. Jahrhundert befinden, die wir uns auch gleich anschauten. Diese schönen Höhlen sind zum größten Teil Kirchen, oder ich habe andere einfach nicht gefunden, die bei der Hitze in Göreme ganz angenehm zu besuchen waren. Für weitere Kühlung beschlossen Konrad und ich uns einen Roller zu leihen und noch die Umgebung zu erkunden, da Göreme doch sehr klein ist und es in der Umgebung noch viele Sehenswürdigkeiten zu entdecken gibt. Leider durfte ich aufgrund eines fehlenden Führerscheins nicht fahren, so war ich wieder schmückender Beifahrer und der einzige mit einem Orientierungssinn bzw. einer Ahnung wo es hingehen sollte. So fanden wir auch zum Love Valley , ein Tal mit besonderen Felsformationen, die jeder, der Interesse hat mal selbst googlen kann, da ich nicht weiß, ob mein kleiner Bruder das hier liest. Unterwegs trafen wir auch Kai, der mit einem Quad die Umgebung unsicher machte und fuhren noch eine Weile zusammen durch die Nacht. (In der Türkei wird es gegen 16:30 Uhr etwa schon dunkel.) Haken: Kai hatte kein Licht, weshalb wir ihn hinter uns häufig nicht sahen und ihn schon als vermisst melden wollten.
Nach 2 Stunden Fahrspaß und noch einer kleinen Stärkung (ja, wieder Döner) ging es wieder zurück nach Kayseri und auf die Couch von netten türkischen Studenten, wo ich sehr gut und fest die 3- 4 Stunden schlief. 

In aller Frühe ging es dann nach Ankara, wo ich jetzt immer noch bin und worüber ich dann vielleicht demnächst mehr berichte. Soweit erstmal bis dann!


Die Jessi

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Bloggingchaos

Hallo erstmal,

hier wieder ein Lebenszeichen, dieses Mal auch sehr wichtig. Also ich hatte ja letzte Woche angekündigt, meinen Blog auf Wordpress umzustellen, da ihr euch da meine Bilder größer anschauen könnt und der Blog da ja auch ganz nett aussieht. ABER: Ein paar Beschwerden und meine Verbundenheit zu diesem (meinem ersten) Blog haben mich jetzt bewogen, die Idee etwas zu überdenken. Ich werde in Zukunft beide Blogs nutzen, diesen hier bei Blogger für die Berichte und zu diesen Berichten findet ihr Links zu den Bildern, die sich auf meinem Blog bei Wordpress befinden. 
Als Beispiel dient schonmal der Eintrag: http://jessica-in-georgien.blogspot.com/2010/12/sighnaghi-altervision-und-noch-vieles.html . Ich hoffe, ihr seid damit zufrieden und es ist insgesamt nicht zu verwirrend, aber ich verabschiede mich ungern von diesem Blog, vielleicht geht es euch ja ähnlich. Morgen oder übermorgen folgt dann ein neuer Eintrag. Worum es da geht? Lasst euch überraschen!

Liebe Grüße aus Ankara,
Jessica.


PS.: Wenn ihr die Idee nicht gut findet, schreibt das ruhig. ;-)

Sighnaghi, Altervision … und noch vieles mehr in den letzten zwei Wochen.

Und da bin ich wieder! Der letzte Blogeintrag ist ja nun eine ganze Weile her und in der Zwischenzeit ist viel losgewesen, damit es nicht zu viel wird, hier eine kleine Zusammenfassung…


Arbeit: In der Schule bin ich nach wie vor aktiv dabei und meistens unterwegs. Ich habe regelmäßig Unterrichtseinheiten in der 7. Klasse zum Thema Märchen übernommen, damit die Schüler auch lernten, selbst welche zu schreiben und inzwischen sind schon recht gute Ergebnisse zu sehen. Die 9. Klasse habe ich mir für ein Theaterprojekt gekrallt , welches zusammen mit dem Märchenprojekt auf ein Adventskonzert hinarbeitet, dass am 17. Dezember an unserer Schule stattfinden wird. Dafür wird dann auch im Dezember noch fleißig mit den kleinen Schülern gebastelt. Apropos basteln, letzte Woche habe ich es auch geschafft, mit einigen Klassen noch Adventskalender zu fertigen, was die Schüler sehr begeisterte und ihnen auch sichtlich Spaß machte. Leider sind die Kalender inzwischen schon wieder leer, das mit dem täglich ein Türchen im Dezember aufmachen muss ich nochmal mit den Kindern üben.


Freizeit: Vorvorletzte Woche war ich nun wieder etwas unternehmungslustiger was das Reisen angeht und fuhr am Samstag mit Teo (meiner Schwester), ihrem Vater, einem Freund von ihm und Konradi nach Mzcheta, wo wir uns das Dschwari-Kloster anschauten. Ich habe noch nie so viele Hochzeiten in so kurzer Zeit gesehen. Während die eine fertig angetraute Braut die Kirche zum Fotografieren verließ, stand schon die Nächste vor dem Altar, während die Dritte hinter ihr schon in der Warteschleife stand und noch eine Runde betete. Zwischendurch liefen dann noch Touristen durch das Bild und sahen sich in aller Ruhe die kleine Kirche an. Eine zeitweise doch sehr lustiger Anblick. Erschwerend zu der Menschenmasse kam auch noch das Wetter dazu: Es war soooo kalt und extrem windig noch dazu! Einmal hätte mich der Wind fast die Treppe runtergeweht, zum Glück konnte ich mich an Konradi noch festhalten und fand schließlich auch das Geländer.Auf dem Rückweg kamen wir noch an einem Wunschbaum vorbei, an den wir drei jeweils einen Wunsch gehängt haben. Ich hoffe, Teos Vater hat Unrecht und der Baum erfüllt auch uns Nichtgeorgiern unsere Wünsche.

Am Abend ging es dann zum AlterVision, einen Newcomerfestival in Tbilissi, wo jede Band die Gelegenheit hatte, sich mit einem Lied vorzustellen. Waren schon einige gute dabei, aber nichts, was mir jetzt sofort im Ohr geblieben wäre. Danach legt noch ein mir unbekannter DJ auf, der zwar am Anfang etwas Startprobleme hatte, aber dann echt gut war, sodass Konradi und ich richtig Spaß hatten, auch wenn ich keinen der Georgien verstand, die mich ständig anquatschten.

Am Sonntag ging es dann gleich wieder nach Mzcheta, dieses Mal in die Stadt hinunter eine Kirche anschauen (leider ohne Teo). Relativ unspektakulär, weshalb Konradi und ich auch früh nach Tbilissi zurückkehrten.
Was ich dann in der Woche gemacht habe, weiß ich jetzt nicht mehr. Wahrscheinlich war ich wie immer die meiste Zeit nicht zuhause…

Am folgenden Wochenende fuhr ich mit Konradi dann nach Sighnaghi, die wunderschönste Stadt, die ich je gesehen habe. Sighnaghi liegt im Osten Georgiens in Kachetien mitten im Gebirge und wurde vor einigen Jahren komplett restauriert, was man der Stadt auch deutlich ansieht. Ich fühlte mich dort sofort wohl! Beim Aussteigen aus der Marschrutka viel gleich die klare und saubere Luft auf, die man hier in Tbilissi bei dem ganzen Staub und Dreck doch etwas vermisst, sowie die Ruhe! Durch Sighnaghi führt nur eine „Hauptstraße“, welche aber eher sperrlich befahren ist und die Idylle der Stadt nicht stört. Glücklicherweise hatten wir an dem Tag auch richtig tolles Wetter, strahlend blauer Himmel und ca. 22 °C unterstrichen den mediteranen Flair der Stadt und lies uns fast 2 Stunden auf einem Turm des Festungsringes pausieren, um von dort den Blick auf Georgien und den Großen Kaukasus dahinter zu genießen. Dabei habe ich mir wohl auch einen kleinen Sonnenbrand geholt. Auch beim leckeren Mittagessen verzichteten wir nicht auf die tolle Aussicht und ließen uns zwischen einigen russischen Reisegruppen in einem kleinen georgischen Restaurant nahe der Festungsanlage. Vor der gefürchteten Abreise (ja, wir wären am liebsten da geblieben) besichtigten wir dann noch ganz untypisch eine Kirche, die St. Stephanskirche, wobei diese auch eher von der tollen Aussicht ringsherum lebt. Der Gebetsraum ist schätzungsweise 2,5 x 4 m mit kleinen Fotos und Postern von Heiligen an der Wand, neben dem Raum führt eine Steintreppe auf das Dach der Kirche, von wo aus man ganz Sighnaghi überblicken kann, was wir im beginnenden Sonnenuntergang auch wieder ausführlich getan haben. Kurz vor Schluss ging es dann noch in eine kleine Galerie eines mir unbekannten russischen oder amerikanischen Künstlers, ich habe es schon wieder vergessen, und anschließend noch zu einer Weinverkostung in den Keller darunter. Ja, das war so in etwa der erste Sighnaghibesuch…

Der zweite Besuch folgte dann eine Woche später… Dieses Mal fiel freitags der Startschuss, sodass ich nun Sighnaghi auch bei Nacht sehen und genießen konnte, natürlich schon traditionell von der Festung aus, wo ich den sternklaren Himmel betrachtete und mir von etlichen Sternschnuppen was wünschte. Schlaf fanden Konradi und ich in einem Familyhouse, also bei einer Familie, die für die Nacht einfach ein Zimmer vermietet. Dort wurden wir herzlich aufgenommen und am Abend noch sehr lecker bekocht… Am Samstag sahen wir uns zusammen mit anderen Freiwilligen und ein paar georgischen Freunden, die erst mittags ankamen, wieder Sighnaghi an. Z.B. hatten wir die Woche zuvor die St. Georgskirche nicht geschafft bzw. waren wir einfach zu blöd, sie zu finden, das holten wir jetzt nach. Auch beim zweiten Besuch war Sighnaghi wunderschön und ich bin mir sicher, dass ich noch öfters dorthin fahren werde…

Insgesamt waren die letzten Wochen sehr schön, ich habe viel erlebt, viel gemacht und hatte leider wenig Zeit. Das wird jetzt auch erstmal nicht besser, da ich heute erstmal in die Türkei aufbreche, was ihr dann in den nächsten Einträgen nachlesen könnt. Ansonsten entschuldige ich mich schonmal für die Rechtschreib- und Ausdrucksfehler, die bestimmt in großer Zahl hier drin sind, da ich keine Zeit mehr habe, den schnellgetippten Text nochmal zu kontrollieren. Sorry!

Bis bald aus der Türkei!
Jessi


Mittwoch, 24. November 2010

Neuer Blog!!!

Hallo erstmal,

hier ist mal wieder die Jessi und es gibt ein paar Neuerungen! Ich habe mir die letzten Wochen ganz viel Mühe gegeben und einen neuen Blog eingerichtet, auf dem man sich jetzt deutlich besser die Bilder, die ich in Georgien und sonst wo mache, anschauen kann.
Viel Spaß mit dem neuen Blog! ;-)


Jessica

Montag, 25. Oktober 2010

"Schüler im Gespräch" und was sonst noch so los war.

Plakat für "Schüler im Gespräch"
Neben der Verschönerung der Tür nahm diese Woche auch ein weiteres Projekt genauere Formen an, mein Mailprojekt "Schüler im Gespräch". 
Donnerstag um 14:15 Uhr fiel der Startschuss und die Schüler der 8. Klasse stürzten sich auf die Vorbereitungen zur ersten Mail, dicht gefolgt von den Neuntklässlern um 15 Uhr. Diese arbeiteten emsig an Themenvorschlägen, Wünschen, Hoffnungen und auch Befürchtungen betreffend des Projektes, welche mir in Zukunft die Arbeit daran erleichtern sollen. Es begeisterte mich schon sehr, wie motiviert die Schüler dabei waren und dass ich trotzdem jeder Zeit Gehör fand, wenn ich das Wort ergriff (gar nicht so selbstverständlich bei so vielen Schülern in einem Raum).


Nun bin ich gespannt, wie viele Mails von den 39 angekündigten bis zum Ende dieser Woche bei mir eintrudeln werden...


Außerschulisch war die Woche mal relativ gemütlich. 
Unsere Männer-Wg hatte bis  Donnerstag (ja, der Donnerstag des Mailprojektes) Besuch, den pakistanischen Couchsurfer Umer, welcher uns den Wochenanfang echt amüsant gestaltete. 
Magnus, ich, Umer, Konradi und Kai
Regen auf der Linse, kein Schnee.
Leider verpasste er knapp den Anfang von Tbilisoba, das Stadtfest hier in Tbilissi, was ich mir natürlich etwas genauer ansah. Massen von Menschen waren unterwegs, überall schmückten Stände mit Essen, Bühnen etc. die Stadt. Dank meiner Schülerinnen konnte ich aber nicht nur einem Konzert lauschen, sondern sah ich nun endlich auch mal die Samebakirche und lecker Essen gingen wir natürlich auch. Letzteres gestaltete sich etwas schwieriger, da das Stadtfest neben den Straßen auch die Restaurants gefüllt hatte und wir etwas suchen mussten. Aber zu fünft auf der Rückbank des Autos kann es dabei nur lustig werden...




Insgesamt war die Woche sehr schön. Neben der Arbeit, die Spaß machte und Erfolge zeigte, hatte ich viele fantastische Menschen um mich herum und konnte zur Abwechslung auch mal etwas entspannen, einfach eine gute Kombination...

Samebakirche bei Nacht




Freitag, 22. Oktober 2010

Jutta's Tür bekennt Farbe.

Juhu, diese Woche war es soweit, das erste Projekt materialisierte sich...

Die Idee dafür kam letzte Woche auf, als meine Betreuerin Jutta bemerkte, dass ihre Tür einen neuen Anstrich bräuchte und da war der Einfall auch schon: Warum nicht einfach mit den Schülern kreativ die Tür verschönern?

Alle sind fleißig dabei.
Nur noch die letzten Striche... fast jedenfalls...
Montag war es dann soweit. Farbe da, Schüler da, Konradi da, also spontan einfach mal loslegen! Zum Glück hatte mein Freund (an dieser Stelle lieben Dank) mir schon viele gute Vorschläge gemacht, wovon sich auch einige auf der Tür letztendlich wiederfanden. Ein anfängliches Chaos und die Unklarheit darüber, was nun gemalt werden sollte, wichen langsam immer mehr einem Plan und organisierten sich doch langsam selbst. Bier, Fußball und Autos, ganz oben auf der Liste der Schülervorschläge, wichen dann doch den Büchern und Bergen und dem Gedicht "Wünschelrute". Und nach 3 Stunden Kampf mit der hartnäckig an den Fingern klebenden Farbe war es geschafft! Die Tür war bunt und sogar ansehnlich. Jetzt haben die Mandaturi durch ihre Kamera wenigstens was zu gucken....

Endspurt!!

Und Fertig!

Und zum Schluss nochmal der Anfang des Ganzen, bitte mit dem Ergebnis vergleichen.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Das Wort zum Ende der Woche...

Und wieder geht eine spannende und ereignisreiche Woche in Tbilissi zu Ende.
Aufgrund meines krankheitsbedingten Ausfalls die Woche zuvor, gab es einiges nachzuholen. Die Mappen der Zwölftklässler wollten schließlich noch besprochen, Problemfragen gefunden und erörtert, sowie die letzten fehlenden Punkte ergänzt werden. Nachmittage eigneten sich dafür auch sehr gut.

Mein E-Mailprojekt musste ich leider eine Woche nach hinten verschieben, was inzwischen sogar sehr gut ist, da ich einen der zahlreichen Feiertage übersah. Kann ja mal passieren, dafür kam in der Zeit grünes Licht aus der Heimat, es kann also losgehen.
Doch nicht nur das Mailprojekt, sondern auch der Neubeginn der Schülerzeitung, die Überarbeitung der Schulhomepage, ein Brückenprojekt, die Planung eines Fotomarathons und noch einige andere kreative Ideen wurden diese Woche das erste Mal in Angriff genommen bzw. werden sie es nächste Woche. Darauf freue ich mich auch echt schon.

Ansonsten haben wir nun auch zusätzliche Besucher an unserer Schule. Unterstützt von einer festinstallierten Kamera vor Juttas Klassenraum wandern täglich ungefähr drei Mandaturi durch die Gänge, unermüdlich auf der Suche nach schweren Ordnungsverstößen. Kein vierminütiges Zuspätkommen, kein Zigarettenstummel auf dem Schulgelände, kein Kaugummi im Unterricht, kein dringender Toilettenbesuch während der Schulstunden oder gar eine zu laute Diskussion in den Klassenräumen bleibt unentdeckt. Der Sinn dieser Überwachung, die Rechte bzw. die Grenzen dieser Rechte der Mandaturi bleiben dabei etwas im Dunkeln, aber die Kamera kann ja nicht alles offenbaren, sodass bei den meisten (inklusive meiner Person) bis jetzt nur angekommen ist, dass der Einsatz der Wachmannschaften der Kontrolle und Sicherheit dient, die auch mit Gewalt gegen Schüler durchgesetzt werden darf. Weitere Informationen erhält man durch einen dreiseitigen, georgischen Aushang. Ich fühle mich also super aufgeklärt.
Aber so schlimm, wie es hier klingt, ist es auch nicht. Diesen Freitag hatte ich z.B. auch ein sehr positiv überraschendes Erlebnis. Als ich mich im Flur neben Juttas Tür abmühte, ein Plakat für die Schülerzeitung aufzuhängen, schienen die Mandaturi dies in der Kamera beobachtet zu haben und halfen mir nach einem kurzen: „Do you need help?“ tatkräftig beim Befestigen des A1-Blattes. Mit gemeinsamer Kraft (eine hielt, eine kontrollierte, ob es gerade hing, eine klebte) hingen innerhalb von 10 Minuten zwei schöne Plakate im Schulhaus. Völlig geplättet und mit einem herzlichen „You're welcome!“ verabschiedet, kehrte ich in die Klasse zurück.

Ja, so kann es auch gehen. Neben der Arbeit hatte ich natürlich auch Freizeit, die ich vor allem damit verbrachte unterwegs zu sein. Ob ich nun bei Schülerinnen zuhause war und versuchte „Harri Potteri“ auf Georgisch zu entziffern; mit Schülern oder Freiwilligen, oder beiden in Kombination Billard spielen war; einfach gechillt irgendwo rumsaß und interessante Gespräche führte oder auch mal Kartenspiele ohne Regeln mitmachte, spaßig war alles. Besonders schön sind Donnerstag- und Freitagnacht anzumerken, in denen ich wohl am wenigsten geschlafen, aber das lustigste erlebt habe. Danke auch nochmal an die Jungs (speziell Konrad), welche Freitagnacht ein Bett für mich räumten.
Ansonsten war heute wieder ein kleiner Einkauf angesagt, dieses Mal auf der Liste: GUMMISTIEFEL! Kein Scherz! Vor meiner Haustür bildet sich bei Regen ein riesiges Schlammmohr, in dem ich zu versinken drohe und vorbeirasende Taxen machen das Ganze nicht besser. Also habe ich jetzt schöne gepiekte Gummistiefel. (Hoffentlich regnet es morgen früh nicht, sehr unwahrscheinlich bei dem schlechten Wetter in letzter Zeit.)

Mit dieser Hoffnung für den morgigen Tag beende ich erstmal diesen Wochenbericht, der zugegebener Maßen etwas länger als ein Wort geworden ist...

Jessica

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Empfang der Deutschen Botschaft

Auf den Ausflug am Samstag folgte am Sonntag gleich das nächste Highlight: Der Empfang der Deutschen Botschaft anlässlich der Wiedervereinigung vor 20 Jahren, gefeiert um 19:00 Uhr im Radissonhotel hier in Tbilissi.
Ja, und was braucht man für so einen Anlass?? Richtig, ansehnliche Klamotten. Also war erstmal Shoppen angesagt. In den kleinsten Kellerläden gab es Sachen von H&M, Only, Esprit usw., nur keine Extrageschäfte dazu, im ersten Moment etwas irritierend. Aber große Kaufhäuser wie Karstadt oder Galeria Kaufhof scheinen hier eher die Seltenheit zu sein und laut einer meiner Schülerinnen, der Salome, auch sehr teuer.
Aber egal, erfolgreich waren wir trotzdem und gut vorbereitet für das bevorstehende Event auch.
So rückte der Empfang näher... Samstag Ausflug... und da war schon Sonntag.
Pünktlich auf den letzten Drücker fiel mir natürlich ein: Ich habe keine Handtasche! Meine Rettung: Salome, die mir im strömenden Regen entgegenkam und ihre Handtasche für den Abend hergab. ^^
Nun endlich voll ausgerüstet ging es ab zum Radissonhotel... Schon die Straße davor ging mir langsam der Hintern auf Grundeis, lauter große Autos mit Botschafterkennzeichen und gleich vor dem Hotel erstmal ein Fernsehteam. Aber nachdem ich unsere Jungs gefunden hatte, war ich schon erleichterter, so schafften wir gemeinsam, händeschüttelnd den Weg über den Roten Teppich, vorbei an den Kameras, hin zum Sektempfang.
Den Rest des Abends prägten Reden über die Deutsche Wiedervereinigung, die Vorbildwirkung für Georgien und ein typisch deutsches Buffet (Brezeln, Sauerkraut mit Würstchen, Schnitzel, Kartoffelbrei usw., kein Scherz). Getränke wurden auch in Massen verteilt.(Magnus erhielt z.B. ungewollt eine Ladung Rotwein, da er seinen Kirschsaft im Weinglas bekommen hatte und die Kellner immer ganz zuvorkommend nachschenkten, zum Glück war Konrad da.)

Ich sage dazu einfach mal nix.
Der Abend endete jedenfalls früh, da Empfänge anscheind nicht als lange Partys gedacht sind, schade eigentlich. ^^
Doch so konnte ich noch etwas Zeit mit meiner Gastfamilie und der Austauschschülerin Giulia aus Deutschland verbringen...

Montag, 4. Oktober 2010

Kazbegi im tiefsten Kaukasus.

Kulturweitfreiwillige haben eindeutig zu viel Zeit.
Blick auf den Kaukasus
Eigentlich nicht, aber wenn ich jetzt hier schreibe, dass wir auch dieses Wochenende wieder einen Ausflug gemacht haben, könnte man glatt auf diese Idee kommen. Am Samstag ging es mit den anderen Frewilligen, einigen deutschen Lehrern und zwei Aserbaidschanern per Marschrutka tief in den Kaukasus nach Kazbegi, einem Ort am Fuße des Berges Kasbeg in 1700 m Höhe. Die Fahrt dorthin zu beschreiben, ist relativ schwer, ich sage mal so, die Straßen in den Bergen könnten besser ausgebaut sein bzw. wären weniger Schlaglöcher und Unebenheiten nicht verkehrt. ;-) 
Gruppenfoto! ^^
Zur Erholung der wiederholt gestauchten Wirbelsäule machten wir auch einige Pausen an Aussichtspunkten, einer Wasserquelle und einer Festung, wo nicht selten alte Frauen zu sehen waren, die am Straßenrand saßen und ihre selbstgefertigten Artikel (Socken, Süßigkeiten, Schmuck) verkauften. Ein echt unangenehmer Job, da es im Kaukasus ungefähr 10 °C kälter ist als hier in Tbilissi und windig noch dazu! Das bekam ich auch zu spüren, als wir in Kasbegi ankamen und uns zum Picknicken auf eine Wiese am Fuße des Kasgerbs setzten. Auch ein T-Shirt + drei Sweetjacken bewarten mich nicht vor der Kälte, erst Konrads Pullover brachte die ersehnte Wärme (ein Dankeschön an dieser Stelle nochmal).
Die Kirche Zminda Sameba schafften wir leider nicht mehr zu besichtigen, stattdessen fuhren wir noch bis an die Grenze zu Russland, die wir natürlich nicht passieren durften, dafür waren die dortigen Beamten sehr nett und gesprächig .
Grenze zu Russland

Den Abschluss des Tages bildeten Tiefkühlchinkali und das Scarlet, ein kleiner Club in der Nähe der Dadianistraße, dort konnte der Tag ruhig ausklingen....

So in etwa hat es die ganze Zeit geholpert...

Freitag, 1. Oktober 2010

Eine kleine Zeile zwischendurch...

An dieser Stelle wollte ich einfach mal meine Gastfamilie erwähnen, bei der ich momentan lebe und die mich unbeschreiblich herzlich in ihrer Mitte aufgenommen hat. Ich fühle mich hier echt wohl und mein Georgisch verbessert sich so auch langsam, besonders da sich Teo (meine Gastschwester) vorgenommen hat, mir jeden Tag mindestens ein georgisches Wort beizubringen.
Damit fingen wir vorhin in lustiger Runde auch an: Teo, Tamta (ihre jüngere Schwester), die Mama und Giulia (eine deutsche Austauschschülerin, bis nächsten Samstag bei uns wohnhaft). 
Mein heutiges Wort war: da = Schwester ("Ich liebe dich" habe ich eigentlich auch noch gelernt).
Diese Georgischstunde war einfach total schön, ich beginne mich echt langsam heimisch zu fühlen und freue mich auf die nächsten 3 Monate in dieser Familie. (Trotz, dass ich immer zum Essen gezwungen werde ;-) )

Anhang: Dafür kann Teo jetzt "BRUMMER!".

Montag, 27. September 2010

Ein Wochenende Batumi!

Irgendwo zwischen Tbilissi und Batumi
Einfach mal was Dummes tun! Ja, das war wohl mein Gedanke, als ich Freitag spontan beschloss, mit Sabrina und den anderen Freiwilligen (also wer Lust dazu hatte) per Marschrutka 6 Stunden nach Batumi zu fahren. Auf jeden Fall eine coole Idee, also gesagt getan: Jutta buchte noch schnell ein Hotel für uns und gegen 21 Uhr ging es dann los, vom Hauptbahnhof Tbilissi durch die Nacht nach Batumi.
Unser Hotel
Um kurz nach 3 Uhr dann das ersehnte Eintreffen in Batumi. "Nur noch ab zum Hotel", war mein Gedanke, haha, Pustekuchen! Nach einer verzweifelten Suche durch Schlaglöcher, Pfützen und Schlamm, entpuppte sich unser Hotel als Schiff mit vielen unangenehmen Bewohnern darin (Kakerlaken und Massen an Mücken). Doch nach einem gemütlichen Beisammensein konnten selbst diese mich nicht mehr stören. 
Tolles Wetter! ;-)
Samstag: Boah, fiel das Aufstehen schwer, doch ich schaffte es! Sabrina, Kai und Konrad schließlich auch, also konnte es 15 Uhr endlich an den Strand gehen. Leider wanderten wir auf dem Weg dorthin erst in die falsche Richtung, nicht so positiv für das Zeitmanagement. Aber egal! Wir erreichten den Strand trotzdem und konnten nun endlich unser Frühstück einnehmen und den wunderschönen Ausblick genießen! 
Lascha, Sabrina und ich
Baden war aufgrund des schlechten Wetters allerdings nicht möglich. Doch nachdem uns die Jungs wegen eines Fußballspieles im Stich gelassen hatten, dauerte es nicht lange und zwei nette Georgier (Lascha und Irakli) luden Sabrina und mich zum Essen und trinken ein, ein echt schöner lustiger Abend!
Der Sonntag brachte dann endlich Badewetter mit sich, sodass wir die letzten 2 Stunden entspannt am Strand liegen und baden konnten. Hätte allerdings nicht damit gerechnet, einen Sonnenbrand zu bekommen! Wahnsinn, ich sehe aus wie ein Krebs. ;-) 
Zurück ging es dann wieder knapp 6 Stunden mit der Marschrutka durchs Land (nachdem wir feststellen mussten, dass ein Zug erst gegen 22:30 Uhr nach Tbilissi fahren würde), sodass mich meine Gastfamilie sichtlich froh über meine Rückkehr gegen 23 Uhr endlich wieder in die Arme schließen konnte! Und das Beste: Ein Geschenk habe ich auch noch bekommen! Diese Familie ist echt so lieb!
Der Ausflug war wirklich schön, ich möchte auf jeden Fall nochmal nach Batumi, aber das nächste Mal kommt Teo mit! So!

Ein kleiner Eindruck aus einer Marschrutka um 2 Uhr morgens irgendwo im Nirgendwo...

Dienstag, 21. September 2010

Ich bin da!!!

Die letzte Meldung ist schon eine Weile her, ich weiß, aber dafür jetzt die erlösende Information: Ich bin in Tbilissi angekommen, ohne Schaden, mit vollständigem Gepäck und nun schon 3 Tage nach meinem Eintreffen um tausende Erfahrungen reicher!
Der Flug war ja schon total hammer, der Erste für mich und mein Fazit: Ich will nochmal! Am Flughafen  in Tbilissi wurden wir Freiwilligen alle dann auch von unseren Betreuern abgeholt und Sabrina und ich zumindest herzlich bei Jutta daheim aufgenommen. Nun schlafen wir beide seit Samstag neben den Meerschweinchen. Am gleichen Abend erhielt ich noch eine Stadtführung und gleich das erste traditionell-georgische Essen, Chincali und Käsebrot (der georgische Name ist mir gerade entfallen), sehr lecker. 
Sonntag folgten für die anderen Freiwilligen und mich eingeschlossen (auch wenn es mich vorerst nicht betrifft) Wohnungsbesichtigungen, eine war dann auch gleich die Richtige, sodass noch am selben Abend eingezogen werden konnte, jedenfalls taten das die Jungs. Das neue Heim musste natürlich noch gefeiert werden, ist ja klar... 
Naja, immer ganz schön, nur leider nicht, wenn man am nächsten Morgen völlig müde zum ersten Mal in die neue Schule muss. Aber überlebt haben Sabrina und ich das auch, schließlich sind die Schüler und auch Lehrerinnen total nett! Ich habe mich echt gefreut, so nett und interessiert Empfangen zu werden. Die Zeit mit den Schülern wird bestimmt super!
Nach der Schule war dann auch wieder keine Ruhe angesagt, die nächsten Wohnungen warteten auf eine Besichtigung, welche nicht sehr lohnend waren, und anschließend ging es zum Abendessen mit deutschen Botschaftern, ein netter Abend, an dem mich besonders die tolle Aussicht über Tbilissi begeisterte. Leider habe ich bis jetzt noch keine Fotos gemacht, da ich ständig meine Kamera vergesse. ^^
Vielleicht ändert sich das ja heute noch, Gelegenheit habe ich gleich beim Essen noch, bevor ich morgen endlich in meine Gastfamilie ziehen kann! 
Von dort gibt es dann wahrscheinlich die nächste Meldung...

Nariqala bei Nacht
Das Fazit bis jetzt: Tbilissi ist echt eine der schönsten und faszinierendsten Städte, die ich je gesehen habe und ich liebe sie schon jetzt. Die Sprache ist sehr schwer, aber ich taste mich täglich weiter an sie ran und hoffe, sie bald besser zu kennen. Der Autoverkehr ist hier eine Katastrophe, den Tüv gibt es nicht und manche Autos auch bald nicht mehr. Dafür ist das Essen total lecker, muss noch aufpassen, dass ich nicht zu dick werde. ;-) Die Raucher und Biertrinker freuen sich zusätzlich noch über andere köstliche und  sehr preistwerte Konsumgüter. ;-)

Freitag, 17. September 2010

Auf geht's!

Nun ist es geschafft, ich bin in Muenchen am Flughafen, im Novotel um genau zu sein und morgen geht es endlich los. 9:25 Uhr startet die Maschine mit mir drin nach Georgien...


Meine Homezone!
Die Ereignisse der letzten zwei Wochen kann ich kurz zusammenfassen: Kulturweit-Vorbereitungsseminar!
Wie man aus dem Namen schon erahnen kann, habe ich mich dort intensiv mit meinem Gastland, wahrscheinliche Anforderungen dort an mich, dem Kulturbegriff, meiner Entsendeorganisation, versicherungstechnischen Dingen usw. beschaeftigen duerfen. Als etwas Besonderes wollte ich dort nochmal meine Homezone (eine Gruppe von etwa 10 Leuten, die sich taeglich trifft und ueber den Tag austauscht) erwaehnen, die ich sehr ins Herz geschlossen habe und in der ich sehr viel Spass hatte. Freue mich schon, von meinen Homies zu hoeren, was ueberall auf der Welt so los ist. =)


Gestern war schliesslich mein letzter Tag in der Heimat und der Abschied heute Morgen fiel mir echt schwer. Aber es war schoen, nochmal zu Hause gewesen zu sein und staerkt mich fuer die grosse Reise, welche erstmal mit mehr als 6 Stunden Fahrt hierher begann.
Ich freue mich nun mehr denn je auf Georgien und bin schon richtig auf den morgigen Tag gespannt.
Auf geht's nach Tiflis!


(sorry fuer moegliche Rechtschreibfehler, die Tastatur ist hier echt nicht so schoen, wird nochmal ueberarbeitet =) )

Sonntag, 5. September 2010

Abschied von meinen Jungs!

Neben den Vorbereitungen für Fsj und Vorbereitungsseminar (ab morgen in Berlin) beschäftigten mich diese Woche nun auch die ersten Abschiede. 
Tino und meine Person
Diese begannen in Hildesheim und zogen sich ab Freitag schließlich nach Aschersleben. Nicht nur meine Oma genoss nochmal die vorerst letzte Zeit mit ihrer Enkelin, auch meine Freunde schlossen sich gestern an. Natürlich zeitlich getrennt. ;-)
Deswegen widme ich diesen Eintrag mal Matthias, Harry, Olli, Basti und auch Tino, die sich einen schönen Abend im Panda (einem chinesischen Restaurant) mit mir machten und es sich auch bei fast 0°C nicht nehmen ließen, den Abend ruhig unter freiem Himmel nochmal gemeinsam ausklingen zu lassen!
Es war echt schön gestern und ich werde euch wahnsinnig vermissen!
Bis nächstes Jahr ihr Lieben, dann geht wieder die Post ab. ;-)

Jessi

Nochmal ein Gruppenfoto mit Basti, Matthias, Harry, Olli, mir und meinem Freund Phil unten in der Mitte