Sonntag, 17. Oktober 2010

Das Wort zum Ende der Woche...

Und wieder geht eine spannende und ereignisreiche Woche in Tbilissi zu Ende.
Aufgrund meines krankheitsbedingten Ausfalls die Woche zuvor, gab es einiges nachzuholen. Die Mappen der Zwölftklässler wollten schließlich noch besprochen, Problemfragen gefunden und erörtert, sowie die letzten fehlenden Punkte ergänzt werden. Nachmittage eigneten sich dafür auch sehr gut.

Mein E-Mailprojekt musste ich leider eine Woche nach hinten verschieben, was inzwischen sogar sehr gut ist, da ich einen der zahlreichen Feiertage übersah. Kann ja mal passieren, dafür kam in der Zeit grünes Licht aus der Heimat, es kann also losgehen.
Doch nicht nur das Mailprojekt, sondern auch der Neubeginn der Schülerzeitung, die Überarbeitung der Schulhomepage, ein Brückenprojekt, die Planung eines Fotomarathons und noch einige andere kreative Ideen wurden diese Woche das erste Mal in Angriff genommen bzw. werden sie es nächste Woche. Darauf freue ich mich auch echt schon.

Ansonsten haben wir nun auch zusätzliche Besucher an unserer Schule. Unterstützt von einer festinstallierten Kamera vor Juttas Klassenraum wandern täglich ungefähr drei Mandaturi durch die Gänge, unermüdlich auf der Suche nach schweren Ordnungsverstößen. Kein vierminütiges Zuspätkommen, kein Zigarettenstummel auf dem Schulgelände, kein Kaugummi im Unterricht, kein dringender Toilettenbesuch während der Schulstunden oder gar eine zu laute Diskussion in den Klassenräumen bleibt unentdeckt. Der Sinn dieser Überwachung, die Rechte bzw. die Grenzen dieser Rechte der Mandaturi bleiben dabei etwas im Dunkeln, aber die Kamera kann ja nicht alles offenbaren, sodass bei den meisten (inklusive meiner Person) bis jetzt nur angekommen ist, dass der Einsatz der Wachmannschaften der Kontrolle und Sicherheit dient, die auch mit Gewalt gegen Schüler durchgesetzt werden darf. Weitere Informationen erhält man durch einen dreiseitigen, georgischen Aushang. Ich fühle mich also super aufgeklärt.
Aber so schlimm, wie es hier klingt, ist es auch nicht. Diesen Freitag hatte ich z.B. auch ein sehr positiv überraschendes Erlebnis. Als ich mich im Flur neben Juttas Tür abmühte, ein Plakat für die Schülerzeitung aufzuhängen, schienen die Mandaturi dies in der Kamera beobachtet zu haben und halfen mir nach einem kurzen: „Do you need help?“ tatkräftig beim Befestigen des A1-Blattes. Mit gemeinsamer Kraft (eine hielt, eine kontrollierte, ob es gerade hing, eine klebte) hingen innerhalb von 10 Minuten zwei schöne Plakate im Schulhaus. Völlig geplättet und mit einem herzlichen „You're welcome!“ verabschiedet, kehrte ich in die Klasse zurück.

Ja, so kann es auch gehen. Neben der Arbeit hatte ich natürlich auch Freizeit, die ich vor allem damit verbrachte unterwegs zu sein. Ob ich nun bei Schülerinnen zuhause war und versuchte „Harri Potteri“ auf Georgisch zu entziffern; mit Schülern oder Freiwilligen, oder beiden in Kombination Billard spielen war; einfach gechillt irgendwo rumsaß und interessante Gespräche führte oder auch mal Kartenspiele ohne Regeln mitmachte, spaßig war alles. Besonders schön sind Donnerstag- und Freitagnacht anzumerken, in denen ich wohl am wenigsten geschlafen, aber das lustigste erlebt habe. Danke auch nochmal an die Jungs (speziell Konrad), welche Freitagnacht ein Bett für mich räumten.
Ansonsten war heute wieder ein kleiner Einkauf angesagt, dieses Mal auf der Liste: GUMMISTIEFEL! Kein Scherz! Vor meiner Haustür bildet sich bei Regen ein riesiges Schlammmohr, in dem ich zu versinken drohe und vorbeirasende Taxen machen das Ganze nicht besser. Also habe ich jetzt schöne gepiekte Gummistiefel. (Hoffentlich regnet es morgen früh nicht, sehr unwahrscheinlich bei dem schlechten Wetter in letzter Zeit.)

Mit dieser Hoffnung für den morgigen Tag beende ich erstmal diesen Wochenbericht, der zugegebener Maßen etwas länger als ein Wort geworden ist...

Jessica

3 Kommentare:

  1. heyho!
    schön, dass du wieder gesund bist : )

    Du bist ja mit verdammt vielen Projekten beschäftigt 0.ö nicht schlecht! Wie viele Stunden am Tag arbeitest du denn? Klingt nach verdammt viel ^.^

    Das mit der Überwachung ist schon irgendwie... befremdlich. Und ich find's komisch, dass ich einen Polizisten im Foyer sitzen habe. Das ist ja kein Vergleich ...

    Na ja. Das mit dem Regen kann ich an einem so schönen Frühlingstag wie heute nur sehr schlecht nachvollziehen ; )

    Liebe Grüße aus dem sonnigen BsAs! <3

    Tanja

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  2. bist also auch fleißig xD also das mit der überwachung würde mir gewaltig auf die nerven gehen, kennst ja meine abneigung gegen selbsternannte autoritäten xD aber in der vr china werd ich wohl auch auf rebellischen widerstand verzichten müssen xDD schön, dass dich das da nicht stört. ich wünsche noch viel spaß und erfolg^^ der harry =)

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  3. Stören ist relativ, würde nur mal gerne wissen, inwieweit sich auch für uns Freiwillige da interessiert wird. Sonst macht das Ärgern der Mandaturi ja gar keinen Spaß. ;-)

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