Donnerstag, 17. Februar 2011

Hals- und Beinbruch

Woher wissen denn das alle immer vorher? Eine Frage, die ich mir jedes Mal stelle, wenn ich zu irgendwelchen sportlichen Aktivitäten aufbreche. So auch dieses Wochenende...


Schon bevor ich im Dezember wieder nach Georgien kam, hatte ich mich entschlossen: Georgien hat tolle Skigebiete, die werden erkundet! Gesagt getan, aus Deutschland schnell den Skianzug mitgeschleppt, in Tbilisi noch schnell den Rest gekauft und es kann losgehen. Oder auch nicht. Fast den gesamten Januar über lag kein Schnee. Etwas befremdlich, wenn man aus dem verschneiten Deutschland zurück in den Kaukasus kommt, vom Flachland mit 1 m hohem Schnee ins Gebirge mit 0. Sehr schön. Aber Ende Januar war es dann soweit, endlich grünes Licht, es liegt Schnee. Es geht los. Oder auch wieder nicht. Irgendwie scheint die Erdanziehungskraft in Georgien stärker zu sein, als woanders, jedenfalls war ich jeden Samstagmorgen zur geplanten Abfahrtszeit noch unüberwindlich ans Bett gefesselt. Okay, musste der Schnee eben warten. Bis zu diesem Wochenende...
Der Erdanziehungskraft ein Schnippchen schlagend, beschloss ich, dieses Mal freitags aufzubrechen. Natürlich verlief auch hier wieder nichts nach Plan, statt wie vorgesehen 16 Uhr die Stadt zuverlassen, schafften wir es erst ca. 19 Uhr, was nach mehr als 3 Stunden Fahrt dann die Unterkunftssuche etwas erschwerte. Aber da griff uns der nette Marschrutkafahrer kräftig unter die Arme, telefonierte sich die Finger wund, manövrierte uns in eine andere Marschrutka, die uns dann in ein wunderschönes, kleines Hotel mit netten Besitzern brachte. Wo wir voller Vorfreude endlich zur Ruhe kamen...
Am Morgen ging es dann für wochenendliche Verhältnisse sogar sehr früh raus und Richtung Piste. Und dort ging es dann erstmal ab, gleich zu Beginn auf die rote Piste und wie immer rutschte ich den größten Teil der Piste auf dem Rücken, Po oder Bauch hinunter. Einen Looping habe ich sogar auch geschafft. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an Konrad, der so schnell und besonnen reagierte, wie es nur ein echter Freund kann. Viel Spaß mit seinen Bildern von meinen Stürzen. ;-) Normalerweise machen mir Stürze ja nichts aus, bin ich ja gewohnt, aber leider schienen meine Ski zu stark eingestellt zu sein, jedenfalls ruppte es mir bei einem meiner unfreiwilligen Stunts fast das rechte Bein ab. Keine Ahnung, wie ich doch noch aus dem Ski kam, er war noch zu, als ich ihn fand, aber irgendwie ging es. Mit verdrehtem Knie und etwas geknicktem Daumen ging es dann weiter, zum Rumsitzen macht das Fahren eben doch zu viel Spaß. Nach der zweiten Fahrt fiel ich auch zum Glück nicht mehr hin, juhu! Scheint ja doch was zu werden, dachte ich, bis in der letzten Runde doch mein Handy plötzlich klingelte und ich abgelenkt eine Eisfläche übersah. Davon gibt es leider kein Bild, aber vorstellen kann man es sich bestimmt. ;-)
Der Abend endete dann mit einer weiteren Lerneinheit, dieses Mal aber ungefährlicher: Ich lerne hier in Georgien Skat. Seit etwa einem halben Monat mühen sich Hardy und mein Mitbewohner ab, mir die Logik dieses Spieles näherzubringen. Sagen wir mal so, sie hatten im Leben bestimmt schon schnellere Erfolge. ;-)
Der letzte Tag war dann leider sehr kurz, aber trotzdem super gemütlich. Wir sind eben echt Skiprofis. Nach einer halben Stunde zur Piste latschen steigt man nicht gleich in den Lift, nein, man geht erstmal in der urige Restaurant gegenüber und genießt am Kamin die Vorfreude auf das Fahren. Ein echtes Gefühl von Urlaub machte sich in mir breit, so kann das öfter gehen. Die Piste, die wir dann testeten, war allerdings kein Urlaub mehr. Ich stand mit ihr von Anfang an auf Kriegsfuß, was sich auch bis zum Schneesturm, der auch den Rest meiner sportliche Motivation wegwehte, nicht änderte. Also ab in die Marschrutka zurück, dort wie eine kleine Ölsardine fühlen und nach einer schnellen Fahrt mit fantastischen Blick auf den Sonnenuntergang hinter dem Kaukasus wieder in den eigenen vier Wänden... Leider ein Urlaub wieder vorbei, aber die Erinnerungen, Bilder und Schmerzen bleiben erstmal. ;-)

4 Kommentare:

  1. Mensch Große, willst du unbedingt die georgischen Krankenhäuser testen.
    Wenn der Vergleich genauso ist wie beim Bahnkomfort, dann Mahlzeit.

    HDL Mutti

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  2. Hallo Jessi,

    du nimmst aber auch alles mit. Jetzt, nachdem du es geschafft hast, halte ich fest an meinem Vorhaben, im nächsten Februar mit Amélie einen Skikurs zu belegen. Micha und Mira sind gerade in Garmisch-Partenkirchen.

    Grüße aus Leipzig. Kathrin und Amélie

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  3. Hola = )

    na, da hast du ja ganz andere Ferien gehabt als ich ^.^ sehr interessant, einen Vergleich zu sehen ; ) Schnee hatte ich auch nicht ... ... ;Þ

    hoffentlich sind die Schmerzen mittlerweile wieder weg und dir geht es auch sonst gut ^.^ deinen aktuellen Plänen soll ja nichts im Weg stehen ; )

    Sonnige Grüße aus Buenos Aires!

    Tanja

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  4. heyy, wann gibts mal wieder ein update? ^.^

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