Ja, die letzten Wochen waren wieder sehr ereignisreich: Besuch aus Deutschland, Urlaub, Festivals und auch die letzte Zeit in der Schule. Das Jahr hier in Georgien strebt immer steiler Richtung Ende, also kein Wunder dass auch mehr los ist. Man will ja noch so viel wie möglich erleben. ;-)
Und aus…
Vorletzte Woche haben die Ferien begonnen. Positiv: Ich habe mehr Zeit zum Reisen. Negativ: Die Zeit mit den Schülern und Lehrern meiner Schule ist größtenteils vorbei. Es sind mir alle wirklich sehr ans Herz gewachsen und am letzten Tag aus der Schule zu treten, war auch echt eine Überwindung. Besonders ist hier meine Theatergruppe mit Schülern der neunten Klassen zu erwähnen. Wir haben es in der letzten Schulwoche tatsächlich noch geschafft, ein Stück auf die Bühne zu bringen. Bei einem wochenendlichen Ausflug zum Schildkrötensee probten wir, was das Zeug hielt. Natürlich waren wir auch Schwimmen und Tretbootfahren. ;-)
Gefeiert wurde das natürlich auch noch. Quatschen, kochen, tanzen und singen fanden auf unserem Dach statt und schickten die Schüler in die Ferien.
Auch mit den Lehrern fand ein Abschiedsessen in/bei Saguramo statt. Natürlich wurde gut gegessen und Geschenke gab es natürlich auch. Hier nochmal ein Danke für die schöne Zeit an der Schule, ich werde euch echt vermissen!
Wein „kosten“ kann in Georgien schonmal eine andere Bedeutung haben.
Noch vor dem Ende der Schulzeit schaffte ich es tatsächlich endlich mal nach Qvareli. Qvareli ist ein kleiner Ort mitten in Kachetien (der Weinregion Georgiens), östlich von Telavi kurz hinter Gremi. Ein echt kleines, verschlafenes Dorf und eigentlich uninteressant, wenn es dort nicht die Kinzmarauli-Weinkelterei gäbe. Kinzmarauli ist mein absoluter Lieblingswein hier in Georgien, da war es natürlich selbstverständlich, dass ich mir die Kelterei mal anschauen fahre. Meine Erwartungen wurden auch echt bei weitem übertroffen:
In der Weinkelterei angekommen empfing uns gleich Vano, welcher in Deutschland seine Ausbildung gemacht hatte und jetzt in der Kelterei für alles Mögliche verantwortlich war. Wir bekamen trotz leichter Katerstimmung seinerseits (kein Wunder bei dem Beruf ;-)) eine ausführliche Führung über das Gelände und natürlich im Anschluss eine Verkostung. Verkostung bedeutet in Georgien aber nicht, dass nach einen halben Gläschen Schluss ist. Nachdem wir unseren Favoriten gekürt hatten, ging es mit der Flasche erstmal zum Mittagessen. Zur Kelterei gehört ein kleines Restaurant im Freien, wo uns Vano zum Mittagessen einlud.
Was wir anbei erfuhren war, dass die Menschen in Kachetien angeblich weniger gastfreundlich sein sollen als im Rest des Landes. Wenn man gewohnt ist, dass Essen fast reingedrängelt zu bekommen (meistens der Fall) und darauf in Kachetien wartet, wird gesagt, dass man eher verhungern soll. Den Eindruck hatte ich nach dem Besuch der Kelterei nicht. Neben der Führung, der Verkostung und dem Essen bekamen wir zum Schluss auch noch 6 Falschen des leckeren Weines geschenkt, obwohl wir uns echt mit Händen und Füßen dagegen gewehrt hatten. Schwer beladen und glücklich ging es am Abend also wieder zurück nach Tbilisi. (Ach ja, zwei Falschen sind sogar noch übrig.)
Und HIER alle Bilder zum Eintrag. :-)
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