Und da bin ich wieder! Der letzte Blogeintrag ist ja nun eine ganze Weile her und in der Zwischenzeit ist viel losgewesen, damit es nicht zu viel wird, hier eine kleine Zusammenfassung…
Arbeit: In der Schule bin ich nach wie vor aktiv dabei und meistens unterwegs. Ich habe regelmäßig Unterrichtseinheiten in der 7. Klasse zum Thema Märchen übernommen, damit die Schüler auch lernten, selbst welche zu schreiben und inzwischen sind schon recht gute Ergebnisse zu sehen. Die 9. Klasse habe ich mir für ein Theaterprojekt gekrallt , welches zusammen mit dem Märchenprojekt auf ein Adventskonzert hinarbeitet, dass am 17. Dezember an unserer Schule stattfinden wird. Dafür wird dann auch im Dezember noch fleißig mit den kleinen Schülern gebastelt. Apropos basteln, letzte Woche habe ich es auch geschafft, mit einigen Klassen noch Adventskalender zu fertigen, was die Schüler sehr begeisterte und ihnen auch sichtlich Spaß machte. Leider sind die Kalender inzwischen schon wieder leer, das mit dem täglich ein Türchen im Dezember aufmachen muss ich nochmal mit den Kindern üben.
Freizeit: Vorvorletzte Woche war ich nun wieder etwas unternehmungslustiger was das Reisen angeht und fuhr am Samstag mit Teo (meiner Schwester), ihrem Vater, einem Freund von ihm und Konradi nach Mzcheta, wo wir uns das Dschwari-Kloster anschauten. Ich habe noch nie so viele Hochzeiten in so kurzer Zeit gesehen. Während die eine fertig angetraute Braut die Kirche zum Fotografieren verließ, stand schon die Nächste vor dem Altar, während die Dritte hinter ihr schon in der Warteschleife stand und noch eine Runde betete. Zwischendurch liefen dann noch Touristen durch das Bild und sahen sich in aller Ruhe die kleine Kirche an. Eine zeitweise doch sehr lustiger Anblick. Erschwerend zu der Menschenmasse kam auch noch das Wetter dazu: Es war soooo kalt und extrem windig noch dazu! Einmal hätte mich der Wind fast die Treppe runtergeweht, zum Glück konnte ich mich an Konradi noch festhalten und fand schließlich auch das Geländer.Auf dem Rückweg kamen wir noch an einem Wunschbaum vorbei, an den wir drei jeweils einen Wunsch gehängt haben. Ich hoffe, Teos Vater hat Unrecht und der Baum erfüllt auch uns Nichtgeorgiern unsere Wünsche.
Am Abend ging es dann zum AlterVision, einen Newcomerfestival in Tbilissi, wo jede Band die Gelegenheit hatte, sich mit einem Lied vorzustellen. Waren schon einige gute dabei, aber nichts, was mir jetzt sofort im Ohr geblieben wäre. Danach legt noch ein mir unbekannter DJ auf, der zwar am Anfang etwas Startprobleme hatte, aber dann echt gut war, sodass Konradi und ich richtig Spaß hatten, auch wenn ich keinen der Georgien verstand, die mich ständig anquatschten.
Am Sonntag ging es dann gleich wieder nach Mzcheta, dieses Mal in die Stadt hinunter eine Kirche anschauen (leider ohne Teo). Relativ unspektakulär, weshalb Konradi und ich auch früh nach Tbilissi zurückkehrten.
Was ich dann in der Woche gemacht habe, weiß ich jetzt nicht mehr. Wahrscheinlich war ich wie immer die meiste Zeit nicht zuhause…
Am folgenden Wochenende fuhr ich mit Konradi dann nach Sighnaghi, die wunderschönste Stadt, die ich je gesehen habe. Sighnaghi liegt im Osten Georgiens in Kachetien mitten im Gebirge und wurde vor einigen Jahren komplett restauriert, was man der Stadt auch deutlich ansieht. Ich fühlte mich dort sofort wohl! Beim Aussteigen aus der Marschrutka viel gleich die klare und saubere Luft auf, die man hier in Tbilissi bei dem ganzen Staub und Dreck doch etwas vermisst, sowie die Ruhe! Durch Sighnaghi führt nur eine „Hauptstraße“, welche aber eher sperrlich befahren ist und die Idylle der Stadt nicht stört. Glücklicherweise hatten wir an dem Tag auch richtig tolles Wetter, strahlend blauer Himmel und ca. 22 °C unterstrichen den mediteranen Flair der Stadt und lies uns fast 2 Stunden auf einem Turm des Festungsringes pausieren, um von dort den Blick auf Georgien und den Großen Kaukasus dahinter zu genießen. Dabei habe ich mir wohl auch einen kleinen Sonnenbrand geholt. Auch beim leckeren Mittagessen verzichteten wir nicht auf die tolle Aussicht und ließen uns zwischen einigen russischen Reisegruppen in einem kleinen georgischen Restaurant nahe der Festungsanlage. Vor der gefürchteten Abreise (ja, wir wären am liebsten da geblieben) besichtigten wir dann noch ganz untypisch eine Kirche, die St. Stephanskirche, wobei diese auch eher von der tollen Aussicht ringsherum lebt. Der Gebetsraum ist schätzungsweise 2,5 x 4 m mit kleinen Fotos und Postern von Heiligen an der Wand, neben dem Raum führt eine Steintreppe auf das Dach der Kirche, von wo aus man ganz Sighnaghi überblicken kann, was wir im beginnenden Sonnenuntergang auch wieder ausführlich getan haben. Kurz vor Schluss ging es dann noch in eine kleine Galerie eines mir unbekannten russischen oder amerikanischen Künstlers, ich habe es schon wieder vergessen, und anschließend noch zu einer Weinverkostung in den Keller darunter. Ja, das war so in etwa der erste Sighnaghibesuch…
Der zweite Besuch folgte dann eine Woche später… Dieses Mal fiel freitags der Startschuss, sodass ich nun Sighnaghi auch bei Nacht sehen und genießen konnte, natürlich schon traditionell von der Festung aus, wo ich den sternklaren Himmel betrachtete und mir von etlichen Sternschnuppen was wünschte. Schlaf fanden Konradi und ich in einem Familyhouse, also bei einer Familie, die für die Nacht einfach ein Zimmer vermietet. Dort wurden wir herzlich aufgenommen und am Abend noch sehr lecker bekocht… Am Samstag sahen wir uns zusammen mit anderen Freiwilligen und ein paar georgischen Freunden, die erst mittags ankamen, wieder Sighnaghi an. Z.B. hatten wir die Woche zuvor die St. Georgskirche nicht geschafft bzw. waren wir einfach zu blöd, sie zu finden, das holten wir jetzt nach. Auch beim zweiten Besuch war Sighnaghi wunderschön und ich bin mir sicher, dass ich noch öfters dorthin fahren werde…
Insgesamt waren die letzten Wochen sehr schön, ich habe viel erlebt, viel gemacht und hatte leider wenig Zeit. Das wird jetzt auch erstmal nicht besser, da ich heute erstmal in die Türkei aufbreche, was ihr dann in den nächsten Einträgen nachlesen könnt. Ansonsten entschuldige ich mich schonmal für die Rechtschreib- und Ausdrucksfehler, die bestimmt in großer Zahl hier drin sind, da ich keine Zeit mehr habe, den schnellgetippten Text nochmal zu kontrollieren. Sorry!
Bis bald aus der Türkei!
Jessi
Bilder Mzcheta: http://jessicaingeorgien.wordpress.com/2010/11/24/mzcheta/
Bilder AlterVision: http://jessicaingeorgien.wordpress.com/2010/11/24/altervision/
Bilder Sighnaghi: http://jessicaingeorgien.wordpress.com/2010/11/24/sighnaghi/
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