Freitag, 31. Dezember 2010

Frohe Weihnachten noch und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Lange ist der letzte Bericht her, also hier mal wieder ein Lebenszeichen. Seit dem letzten ist einiges passiert: Türkeiaufenthalt, Vorbereitung einer Adventsfeier in der Schule, Umzug und schließlich Weihnachten in Deutschland. Von allem gibt es jetzt einen kurzen Abriss.

Türkeiaufenthalt: Also nach der schönen, aber anstrengenden Reise kam ich in Ankara an und verweilte dort 5 Tage. Die Hälfte der Tage war durch das Kulturweitzwischenseminar gekennzeichnet, der Rest war vor allem Spaß und gemütliches Zusammensitzen. Gerade die Abende waren sehr schön und ich empfand es als sehr hilfreich, auch von anderen Freiwilligen zu hören, was sie so erleben, was sie tun und was insgesamt so in andern Ländern, in denen man wahrscheinlich noch nicht war so los ist. Ankara war an sich als Stadt auch sehr nett, aber mir etwas zu ruhig, sodass ich mich am Freitag dann auch riesig auf Istanbul freute. Die drei Tage dort waren auch echt einfach wunderschön! Istanbul ist mit seinen fast 13 Millionen Einwohnern schon etwas größer als Tiflis und das merkte man auch. Da war es nur klar, dass ich die Tage und vor allem auch Abende möglichst gut ausnutzte. Starthilfe gar es dafür von Karen und Nike, zwei Freiwilligen in Istanbul, die sich gut auskannten. Der zweite Abend war besonders lustig, da ich in einem Straßencafé/ Shishabar zwei nette Holländer traf, die auf einem Seminar in Istanbul gewesen waren und ihren letzten Abend in der Metropole nutzten. Es war sehr schön mit ihnen zu sprechen und das Treiben in der kleinen Straße zu genießen...
Den Sonntag war dann mal ein richtiger Touristentag dran: Shoppen, Moscheen besichtigen und Hamam. Die großen Moscheen in Istanbul sind natürlich der Hauptanzugspunkt für ausländische Besucher, dementsprechend ist die Atmosphäre darin auch etwas anders als in der kleinen Moschee in Trabzon, trotzdem fühlte ich mich in ihnen sehr wohl und genoss es, einfach auf dem Teppich zu sitzen, den Kindern beim Spielen zuzusehen und die wunderschönen Wandverzierungen zu betrachten. Alles in allem schon sehr entspannend, doch das Hamam lies ich mir nicht nehmen. Die Schaummassage war einfach super und tat nach der ganzen Reise zuvor sehr gut. Nette Menschen traf man auch dort gleich wieder... Am letzten Tag stand dann nur noch Souvenirshoppen auf dem Programm und abends schließlich der Rückflug... Das war dann die Türkei, dich ich auf jeden Fall noch öfter besuchen werden, da es dort viele interessante Dinge zu entdecken gibt...

Adventsfeier: Vom Flughafen ging es für mich dann auch fast direkt in die Schule, da am Morgen meines Eintreffens auch die schriftlichen DSD-Prüfungen anlagen, die bis zum Nachmittag dauerten. Eine Woche später folgten die mündlichen Prüfungen, während denen ich vor allem im Vorvorbereitungsraum saß und den Schülern versuchte die Anspannung zu nehmen, meine fleißigen Helfer: Spekulatius, Mandarinen, Bonbons und Saft. An dieser Stelle Gratulation an alle Absolventen! Um die Prüfungen herum war ich mit Vorbereitungen für die am Freitag (19.12.2010) geplante Adventsfeier beschäftigt: Basteln mit den kleinen Schülern (Sternenkörbchen, Christbaumschmuck etc.), Märchen zu Papier bringen und dazu ein Quiz erstellen mit den Schülern der 7. Klasse und letztendlich auch Theaterproben mit den Schülern der 9. Klasse. Das Theaterstück war zum Glück nicht sehr lang, sodass es kein Problem war, dass der Prinz auch einen Tag vor der Aufführung seinen Text nicht konnte. Ich bin stolz auf alle und habe mich sehr gefreut, dass das Stück so gut geklappt hat. Insgesamt waren es zwei arbeitsintensive Woche, aber es hat sich gelohnt und ich bin froh über das Ergebnis.

Umzug: Zu den Prüfungen, den Vorbereitungen für die Adventsfeier und einer Erkältung, die sich bis heute hartnäckig hält, kam auch noch mein Auszug aus meiner Gastfamilie und der Einzug in die neue Wohnung mit Konrad. Der „Abschied“ von Teo fiel mir echt schwer und auch das kleine Zimmer mit den Heiligenbildern über meinem Bett war inzwischen doch mein Zuhause geworden. Aber ich kann ja jeden Tag vorbeikommen (was ich einen Tag später auch gleich tat) und Teo kommt bestimmt auch noch oft zu mir. Die neue Wohnung schaffte es jedenfalls schon etwas die Trauer zu mindern. Sie ist sehr geräumig, auch wenn mein Zimmer eher ein kleines Wandkabuff ist, aber sehr gemütlich, und auf der Dachterasse bzw. im Wohnzimmer vor dem Kamin finden viele Gäste Platz. In einer fünfstündigen, nächtlichen Putzaktion richtete ich mich auch gleich häuslich ein: die hässlichen Kristallschalen und -vasen wurden in die hinterste Ecke des Schrankes verbannt, das Bad bekam durch ein kleines Regal mit Handtüchern und allerlei Deko eine warme Atmosphäre und von den Wänden meines Zimmer schauen mich mein Freund, meine Mama und mein Bruder an. Zusätzlich wusch ich das komplette, in der Wohnung vorhandene, Geschirr ab, eine echt nervige Arbeit! Für eine Einweihungsparty war leider keine Zeit, aber das kommt vielleicht noch... (Anhang: Trotz Konrads Hinweise auf von ihm erlegt Kakerlaken, ich habe diese netten Mitbewohner noch nicht kennengelernt und hoffe, dass ich das auch nicht mehr werde.)

Weihnachten: Nun zum Highlight des Dezembers! Natürlich wollte auch ich wie die meisten Weihnachten gemütlich mit meiner Familie verbringen, weswegen ich Anfang November einen Flug nach Deutschland buchte, wovon allerdings nur wenige wussten. Die eingeweihten Personen wie z.B. meine Patentante Kathrin, ihr Mann der Michi und mein Freund halfen mir gerne dabei, meine Reise in das traute Heim vorzubereiten. Die größte Schwierigkeit: Sich nicht vor Mama, meinem Bruder, meiner Oma oder Freunden von diesen zu verquatschen. So versuchte ich schon zwei Tage vor dem Flug den Kontakt nach Hause zu vermeiden, da die Aufregung die geplante Überraschung wohl verdorben hätte. Am Freitagabend startete dann mein Bus Richtung Trabzon zu Ege, wo ich bis zu meinem Flug Sonntag blieb. Anders als beim letzten Mal präsentierten mir dieses Mal die Grenzbeamten beim nächtlichen Passieren der Grenze ihre „guten“ Deutschkenntnisse und unterhielten mich auch beim Einkauf in „Duty Free“. Gut gelaunt traf ich so in Trabzon ein und holte bei Ege erstmal ein paar Stunden Schlaf nach, wobei mir seine Hündin Venus Gesellschaft leistete. Ein so bezaubernder Hund, ich liebe sie einfach! Am nächsten Tag ging es dann von Tarbzon nach Istanbul und von dort aus in der Nacht weiter nach Berlin, wo mich mein Freund Phil und der Michi schon erwarteten. Durch Schneestürme, Glatteis, Schneeverwehungen und querstehenden LKWs manövrierte uns Michi sicher nach Aschersleben, einen riesengroßen Dank an Michi nochmal! Pünktlich 6:00 Uhr morgens schlich ich mich dann unter dem Fenster meiner Mama hindurch, als sie, just in diesem Moment vom Wecker geweckt, ihr Licht einschaltete. Phils Ankündigung, er hätte ein Paket aus Georgien mitgebracht, realisierte meine Mama im ersten Moment genauso wenig wie mich, als ich schließlich in der Tür stand und sie mit einem „Hallo“ begrüßte. Mein Bruder war da schon etwas euphorischer: Ich weckte ihn und bekam ein „Was machst du denn hier?“ zurück, nach dessen Antwort er sich promt nochmal herumdrehte und das ganze erstmal bei einem kleinen, halbstündigen Schläfchen nochmal sacken lies. Natürlich war die Freude später dann sehr groß, bei meiner Oma ebenfalls. Die folgenden Tage genoss ich dann mit meiner Familie und meinem Freund in besinnlicher, weihnachtlicher Atmosphäre neben dem Weihnachtsbaum und mit vielen Süßigkeiten. Von diesen habe ich mehr als genug mit nach Georgien genommen, sicher zum Spaß der Zollbeamten und Sicherheitskräfte am Flughafen, die meinen Rucksack auch alle mal öffneten.

Nun bin ich also nach schönen weihnachtlichen Tagen im verschneiten Deutschland wieder im dagegen relativ warmen Tbilissi und freue mich auf das bevorstehende Neujahrsfest!

Ich wünsche euch allen noch fröhliche Weihnachten nachträglich und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

2 Kommentare:

  1. Gut, dass du wieder wohlbehalten gelandet bist. Wir haben dich sehr lieb, Mama, Michi, Kathrin, Mira und Amélie

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  2. Meine Große,

    das war das schönste Weihnachtsgeschenk meines Lebens.
    Die Tage mit dir waren einfach wundervoll.
    Und den Heiligen Abend mit Niclas und Dir werde ich nie vergessen.
    Danke!!!
    Mutti

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