Endlich ist der Frühling und damit hier auch schon fast der Sommer da. Georgien wird grün, die Temperaturen in unserer Wohnung steigen kontinuierlich und die Dachterrasse kann endlich sinnvoll genutzt werden (nach monatelangem Dasein fristen als Raucherbereich).Ja, es sieht schon fast wieder so aus, wie zu meiner Ankunft und damit wird mir doch stark bewusst: Bald ist mein Jahr hier schon wieder gelaufen. Die Zeit verging echt im Flug und es nagt schon etwas an mir, dass ich bald wieder zurück muss, wo ich mich doch hier so wohl fühle.
Deswegen gilt es für mich, die verbleibende Zeit hier nochmal richtig zu genießen. Und lustigerweise kann ich das gerade in der Schule mit am besten.
Ebenfalls die 9. Klasse erfreut mich momentan fast täglich mit Vorträgen über deutsche Bands, obwohl einige noch ausbaufähig wären.
Gestern feierten die 12. Klassen an unserer Schule ihren „Bolo Zari“, das sogenannte „Letzte Klingeln“, was ungefähr dem letzten Schultag der Zwölfer in Deutschland entspricht. Als Besonderheit ist hier anzumerken, dass die georgischen Schüler keine einheitlichen T-Shirts drucken lassen, wie es sich in Deutschland zu großen Teilen schon etabliert hat. In Georgien kommen die Schüler in weißen Hemden bzw. Schürzen in die Schule, auf denen alle Zwölftklässler und Lehrer unterschreiben können bzw. schon müssen. So war ich die meiste Zeit des Tages damit beschäftigt, bei Schülern auf allen mir möglichen Sprachen einen kleinen Glückwunsch zu hinterlassen. Die Vorführungen der Zwölfer waren auf jeden Fall etwas anders als das gewohnte Programm aus Deutschland. Scheint in Deutschland der Spaßfaktor und das Veralbern von Lehrern im Vordergrund zu stehen, so setzten unsere georgischen Schüler alles daran, zu zeigen, was sie können. Also genoss ich 2 Stunden Musik, Tanz, Gesang und Schauspiel vom feinsten, hätte Georgien die Schüler zum Eurovision Songcontest geschickt, wäre ihm der erste Platz sicher gewesen. ;-)
Leider muss ich anmerken, dass die Konkurrenz zwischen den beiden 12. Klassen, welche die beiden Programme dominierte, in meinen Augen nicht gutzuheißen ist und es eher schade für den Anlass ist.
Spaß hatte ich den letzten Woche auf jeden Fall, ob nun in der Schule, auf Feiern (unter anderem auch bei uns zuhause) oder einfach an sonnigen Nachmittagen auf unserer Dachterrasse. Das Letztere hatte leider nicht selten einen Sonnenbrand zur Folge, ein kleiner Vorgeschmack auf den kommenden Sommer. Die Zeit hier in Georgien ist einfach schön, mir wird es schwer fallen, hier wieder wegzugehen und soviel zurückzulassen, aber solange ich noch hier bin, wird alles ausgekostet, was möglich ist. (Worüber ich euch natürlich auf dem Laufenden halte.)
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