Dienstag, 24. Mai 2011

Und bald ist es schon wieder vorbei!

Endlich ist der Frühling und damit hier auch schon fast der Sommer da. Georgien wird grün, die Temperaturen in unserer Wohnung steigen kontinuierlich und die Dachterrasse kann endlich sinnvoll genutzt werden (nach monatelangem Dasein fristen als Raucherbereich).

Ja, es sieht schon fast wieder so aus, wie zu meiner Ankunft und damit wird mir doch stark bewusst: Bald ist mein Jahr hier schon wieder gelaufen. Die Zeit verging echt im Flug und es nagt schon etwas an mir, dass ich bald wieder zurück muss, wo ich mich doch hier so wohl fühle.
Deswegen gilt es für mich, die verbleibende Zeit hier nochmal richtig zu genießen. Und lustigerweise kann ich das gerade in der Schule mit am besten.

Meine Theatergruppe übt gerade fleißig an ihrem Stück für die Aufführung im Sommer, damit sie dort etwas Geld für einen zweitägigen Ausflug mit meinem Verlobten und mir sammeln können. Mit diesem Ausflug liegen sie mir nun, seit ich ihn vor 2 Wochen ansprach, in den Ohren. Die Route will ja sorgfältig geplant sein und an eine Übernachtungsmöglichkeit muss ja auch gedacht werden. Nun steht die Fahrt jedenfalls und bietet einen guten Anreiz, emsig an dem Theaterstück zu werkeln.

Ebenfalls die 9. Klasse erfreut mich momentan fast täglich mit Vorträgen über deutsche Bands, obwohl einige noch ausbaufähig wären.

Die 7. Klasse zeigte sich letzte Woche bei einem Besuch unserer Kulturweitvorsitzenden Fr. Veigel von ihrer besten Seite und als Belohnung dafür gab es einen Tag später auch für alle ein leckeres Eis und eine Spielstunde auf dem Sportplatz der Schule. Da ich aus dem Spielalter nun doch etwas raus bin, genügte mir das Zuschauen von den Randplätzen und einfangen der Sonne. Mit dem guten Wetter kam auch gleich die nächste Idee für eine abwechslungsreiche Deutschstunde: Ein Zoobesuch inklusive deutschsprachiger Führung von den Schülern für mich. Darauf bin ich ja mal sehr gespannt.

Gestern feierten die 12. Klassen an unserer Schule ihren „Bolo Zari“, das sogenannte „Letzte Klingeln“, was ungefähr dem letzten Schultag der Zwölfer in Deutschland entspricht. Als Besonderheit ist hier anzumerken, dass die georgischen Schüler keine einheitlichen T-Shirts drucken lassen, wie es sich in Deutschland zu großen Teilen schon etabliert hat. In Georgien kommen die Schüler in weißen Hemden bzw. Schürzen in die Schule, auf denen alle Zwölftklässler und Lehrer unterschreiben können bzw. schon müssen. So war ich die meiste Zeit des Tages damit beschäftigt, bei Schülern auf allen mir möglichen Sprachen einen kleinen Glückwunsch zu hinterlassen. Die Vorführungen der Zwölfer waren auf jeden Fall etwas anders als das gewohnte Programm aus Deutschland. Scheint in Deutschland der Spaßfaktor und das Veralbern von Lehrern im Vordergrund zu stehen, so setzten unsere georgischen Schüler alles daran, zu zeigen, was sie können. Also genoss ich 2 Stunden Musik, Tanz, Gesang und Schauspiel vom feinsten, hätte Georgien die Schüler zum Eurovision Songcontest geschickt, wäre ihm der erste Platz sicher gewesen. ;-)
Leider muss ich anmerken, dass die Konkurrenz zwischen den beiden 12. Klassen, welche die beiden Programme dominierte, in meinen Augen nicht gutzuheißen ist und es eher schade für den Anlass ist.

Spaß hatte ich den letzten Woche auf jeden Fall, ob nun in der Schule, auf Feiern (unter anderem auch bei uns zuhause) oder einfach an sonnigen Nachmittagen auf unserer Dachterrasse. Das Letztere hatte leider nicht selten einen Sonnenbrand zur Folge, ein kleiner Vorgeschmack auf den kommenden Sommer. Die Zeit hier in Georgien ist einfach schön, mir wird es schwer fallen, hier wieder wegzugehen und soviel zurückzulassen, aber solange ich noch hier bin, wird alles ausgekostet, was möglich ist. (Worüber ich euch natürlich auf dem Laufenden halte.)

Sonntag, 1. Mai 2011

ქრისტე აღსდგა!

Ostern, mein erstes großes Fest hier in Georgien und natürlich deutsch und georgisch gefeiert.

Für mich begann Ostern schon kurz nach meiner Ankunft aus Zugdidi mit einem Ostereierfärbmarathon, 50 Eier für 2 Schulen standen auf dem Plan. Geschafft hab ich es fast, auch wenn die Ergebnisse eher semigut waren. Zum Glück freuten sich die Schüler trotzdem, da sie selbst die Eier nicht in allen Farben färben. Als Erklärung dazu: In Georgien werden die Ostereier nur dunkelrot gefärbt, da sie im Korb an das Blut Christi erinnern sollen, dass von seinem Körper am Kreuz in einen Korb tropfte. Gefärbt wird mit der Wurzel Endro, die uns netterweise von unserer Nachbarin zur Verfügung gestellt wurde, sodass auch wir mal unser Glück mit ihr versuchen konnten. Als Warnung an alle, die auf diese Art und Weise färben wollen: Die Farbe ist auf den Eier zwar echt schön, geht aber aus dem verwendeten Topf nie wieder raus! Also am besten einen alten Topf nehmen und ihn jährlich wieder vorholen. ;-)

Neben roten Eiern gab es auch den traditionellen Osterkuchen Paska bei uns. Dieser erinnert mich persönlich mit seinem lebkuchenähnlichen Geschmack aber eher an Weihnachten als an Ostern. Egal, lecker war er.

Neben dem ganzen Essen, gab es natürlich auch andere Dinge an Ostern zu erleben. In Georgien gibt es z.B. auch Osterfeuer, jedoch nicht so wie in Deutschland. So zog ich am Mittwochabend mit Keti, Gvanca und Salo durch die Straßen Saburtalos und beobachte Kinder und Jugendliche, wie sie schreiend über Feuer verschiedenster Größe sprangen. Ein lustiger Brauch, sogar für die Kleinsten gibt es ca. 10 cm hohe Feuerchen.

Am Samstag nach dem Eierfärben ging es dann zur eigentlichen Osterparty bei meiner Lieblingsnachbarin, die uns mit ihrer Mama super bekochte und rundum versorgte, bis es gegen ca. 0 Uhr zur Kirche ging. Zuerst ging es für mich erstmal zu einer kleinen Kirche in Vera, die gleich neben einer russischen Kirche liegt. Dort angekommen quetschten wir uns schön in die Mitte der Menschenmenge und genossen das Glöckenläuten, Gesänge und liefen traditionell 3 Runden um die Kirche. Warum? Keine Ahnung.

Danach ging das große Futtern dann erstmal weiter, bis ich gegen 4 Uhr morgens dann doch noch in unsere gigantische Samebakirche aufbrach, in der Hoffnung, dort noch einen Blick auf den Patriarchen zu erhaschen. Das schaffte ich letztendlich auch, leider musste ich mich mehrmals mit georgischen Priestern auseinandersetzen, die mich immer verscheuchen wollten, da ich anscheinend falsch stand (nämlich dort, wo nur Männer stehen durften). Das Thema orthodoxe Kirche und Frauen lasse ich hier jetzt einfach mal so stehen. Fazit: Patriarch gesehen, das reicht erstmal.

Das war so grob mein Osterfest. Als Ergänzung ist noch eine georgische Ostertradition zu nennen, an der ich nicht teilnahm. Am Montag ist das Essen mit den Toten, d.h. die georgischen Familien gehen mit Essen und Trinken bepackt auf den Friedhof zu ihren Verstorbenen und essen an einem festen Tisch neben dem Grab. Dabei bekommen die Toten natürlich auch Essen und als Getränk meist Wein auf das Grab gelegt bzw. geschüttet. Nicht selten gibt es auch noch eine zum Rauchen dazu. ;-)
Eine sehr schöne Tradition, wie ich finde, die man sich in Deutschland mal durch den Kopf gehen lassen sollte...
Hier natürlich wie immer mehr Fotos vom Osterspektakel:
http://jessicaingeorgien.wordpress.com/2011/05/01/581/

Donnerstag, 21. April 2011

Das ist ein Offroad Jeep!

Nach langer Frühjahrespause hier mal wieder eine Meldung von mir. Ich gebe zu, in den letzten Wochen war ich zwar sehr aktiv, aber nicht was den Blog anging. Das wird sich jetzt wiedermal ändern...
Zu Beginn noch, die Zusammenfassung für den März versuche ich nachzureichen, hier geht es jetzt lediglich um das letzte Wochenende.
Dieses verbrachte ich nämlich mal in einer mir bis dahin völlig unbekannten Region, in Samegrelo im Westen Georgiens. Spontan war ich der Einladung von Freunden hier in Tbilisi zu einer Hochzeitsfeier dort in einem Vertriebenen-/ Flüchlingsdorf mitten in der Pampa gefolgt. Das mit der Pampa wusste ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht. Es wurde mir erst klar, als wir uns gegen 2 Uhr nachts eine halbe Stunde mit dem kleinen Jeep, in dem wir saßen, über eine Straße mit unzähligen Schlaglöchern kämpften. Unser Fahrer, immer auf die Pflege seines Gefährtes bedacht, bekam dabei mehrmals zu hören: „Mensch, du fährst einen OFFROAD JEEP!“.

@ Leser aus meiner Heimat: Ihr findet die Straße zwischen Aschersleben und Westdorf unmöglich mit ihren Schlaglöchern? Fahrt erstmal auf den georgischen hier. ;-)

Dank der Führung eines Freundes unserer Gastgeberin Ratna erreichten wir unser Ziel unversehrt. Auch wenn wir auf der Fahrt schon etwas darüber gewitzelt hatten, mitten in der Nacht von einem Fremden quer durchs dunkle, unbekannte Nirgendwo geführt zu werden. Aber er ließ uns leben.
Angekommen wurden wir dann von der Familie Ratnas sehr, sehr herzlich empfangen und ich kann das positive Vorurteil nur bestätigen: Es geht nichts über georgische Gastfreundlichkeit. So gab es leckeres Essen und selbstgemachten abchasischen Wein, der beste Wein, den ich je getrunken habe! Bei den interessanten Gesprächen über alles Mögliche dolmetschten uns abwechselnd Ratna und ihr kleine Schwester. Letztere muss ich nochmal hervorheben: Mit 11 Jahren zwischen Georgisch und einen Deutsch-Englisch-Mix zu übersetzen ist schon klasse, Respekt!

Bei Sonnenaufgang ging es schließlich ins Bettchen, bald darauf jedoch vom Verlangen nach einer warmen Dusche geweckt, kroch ich nicht viel später wieder aus dem Bett und erfreute mich daran, mal komplett anders duschen zu dürfen. In dem Haus der Familie gibt es kein fließendes Wasser, also wird erst Wasser mit Eimern vom Brunnen geholt und dann mit einem heizspiralenähnlichem Ding erhitzt. Natürlich gibt es auch eine Kelle zum begießen. Mal etwas Besonderes und auch nicht so schlimm, wie es sich vielleicht anhört. ;-)

Am Nachmittag erkundeten wir endlich etwas die Umgebung. Und wenn man schon 15 km von Zugdidi ist und auf dem Weg zur Stadt knapp an Abchasien vorbeikommt, natürlich schaut man sich da mal die Grenze an. Ein sehr aufregender Abstecher, auch teils etwas beunruhigend wenn man sich die Soldaten und Militärbasis an der Grenze anschaut. Aber der, mit einem Maschinengewehr bewaffnete, Grenzsoldat nahm uns schnell die Angst, indem er uns erzählte, wie gastfreundlich er sonst sei und uns gerne mal wiedersehen würde. Das überlege ich mir lieber nochmal...
Für den Besuch der Grenze bekam ich im Nachhinein auch noch ein paar Schellen, da trotz der Idylle dort mit grasenden Pferden und Kühen, kleinen Kutschen und alten Omas, die Satellitenschüsseln über die Grenze tragen, doch täglich noch Auseinandersetzungen stattfinden, bei denen nicht selten Menschen ums Leben kommen. Überlebt haben wir es aber alle.

Am Abend stand dann endlich die Hochzeitsfeier an und ich bin immer wieder beeindruckt, wie viele Menschen in einen kleinen Raum reinpassen. Trotz des mangelnden Platzes fühlte ich mich trotzdem sehr wohl und lernte auch gleich wieder nette Georgier kennen, mit denen wir den Rest des Abends kräftig feierten. Ich kam auch endlich mal dazu, in der „freien Natur“ georgischen Tanz zu testen. Hilfe erhielt ich dabei von einer kleinen Verwandten von Ratna (vllt. 8 bis 9 Jahre alt). Ansonsten werde ich von dem Abend wohl viel Spaß, leckeren Wein, tolles Essen, super nette Leute, Tanzen und eine semi-glückliche Braut im Gedächtnis behalten.

Der nächste Tag war für mich dann der typische Tag danach: Relativ fertig watschelte ich durch die Gegend und schaute mir mit den anderen noch eine Kirche, das Dadiani Museum und einen Park in Zugdidi an, bis es schließlich zurück nach Tbilisi ging.

Und so ende ich an dieser Stelle mit meinem nach langer Zeit neuem Bericht mit einem schönen Zitat der Fahrt:
„Ich habe riesen Hunger, lass mal was Essen gehen. Aber nicht in einem Restaurant, das dauert so lange, kennen wir hier einen Imbiss? … War in Kutaisi nicht ein McDonalds? Ok, lass bis Kutaisi durchfahren!“

*Anmerkung: Die Fotos sind nicht von mir persönlich gemacht wurden, da ich zwar meine Kamera dabei hatten, jedoch nicht die SD-Karte dazu. ;-)

Donnerstag, 17. Februar 2011

Hals- und Beinbruch

Woher wissen denn das alle immer vorher? Eine Frage, die ich mir jedes Mal stelle, wenn ich zu irgendwelchen sportlichen Aktivitäten aufbreche. So auch dieses Wochenende...


Schon bevor ich im Dezember wieder nach Georgien kam, hatte ich mich entschlossen: Georgien hat tolle Skigebiete, die werden erkundet! Gesagt getan, aus Deutschland schnell den Skianzug mitgeschleppt, in Tbilisi noch schnell den Rest gekauft und es kann losgehen. Oder auch nicht. Fast den gesamten Januar über lag kein Schnee. Etwas befremdlich, wenn man aus dem verschneiten Deutschland zurück in den Kaukasus kommt, vom Flachland mit 1 m hohem Schnee ins Gebirge mit 0. Sehr schön. Aber Ende Januar war es dann soweit, endlich grünes Licht, es liegt Schnee. Es geht los. Oder auch wieder nicht. Irgendwie scheint die Erdanziehungskraft in Georgien stärker zu sein, als woanders, jedenfalls war ich jeden Samstagmorgen zur geplanten Abfahrtszeit noch unüberwindlich ans Bett gefesselt. Okay, musste der Schnee eben warten. Bis zu diesem Wochenende...
Der Erdanziehungskraft ein Schnippchen schlagend, beschloss ich, dieses Mal freitags aufzubrechen. Natürlich verlief auch hier wieder nichts nach Plan, statt wie vorgesehen 16 Uhr die Stadt zuverlassen, schafften wir es erst ca. 19 Uhr, was nach mehr als 3 Stunden Fahrt dann die Unterkunftssuche etwas erschwerte. Aber da griff uns der nette Marschrutkafahrer kräftig unter die Arme, telefonierte sich die Finger wund, manövrierte uns in eine andere Marschrutka, die uns dann in ein wunderschönes, kleines Hotel mit netten Besitzern brachte. Wo wir voller Vorfreude endlich zur Ruhe kamen...
Am Morgen ging es dann für wochenendliche Verhältnisse sogar sehr früh raus und Richtung Piste. Und dort ging es dann erstmal ab, gleich zu Beginn auf die rote Piste und wie immer rutschte ich den größten Teil der Piste auf dem Rücken, Po oder Bauch hinunter. Einen Looping habe ich sogar auch geschafft. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an Konrad, der so schnell und besonnen reagierte, wie es nur ein echter Freund kann. Viel Spaß mit seinen Bildern von meinen Stürzen. ;-) Normalerweise machen mir Stürze ja nichts aus, bin ich ja gewohnt, aber leider schienen meine Ski zu stark eingestellt zu sein, jedenfalls ruppte es mir bei einem meiner unfreiwilligen Stunts fast das rechte Bein ab. Keine Ahnung, wie ich doch noch aus dem Ski kam, er war noch zu, als ich ihn fand, aber irgendwie ging es. Mit verdrehtem Knie und etwas geknicktem Daumen ging es dann weiter, zum Rumsitzen macht das Fahren eben doch zu viel Spaß. Nach der zweiten Fahrt fiel ich auch zum Glück nicht mehr hin, juhu! Scheint ja doch was zu werden, dachte ich, bis in der letzten Runde doch mein Handy plötzlich klingelte und ich abgelenkt eine Eisfläche übersah. Davon gibt es leider kein Bild, aber vorstellen kann man es sich bestimmt. ;-)
Der Abend endete dann mit einer weiteren Lerneinheit, dieses Mal aber ungefährlicher: Ich lerne hier in Georgien Skat. Seit etwa einem halben Monat mühen sich Hardy und mein Mitbewohner ab, mir die Logik dieses Spieles näherzubringen. Sagen wir mal so, sie hatten im Leben bestimmt schon schnellere Erfolge. ;-)
Der letzte Tag war dann leider sehr kurz, aber trotzdem super gemütlich. Wir sind eben echt Skiprofis. Nach einer halben Stunde zur Piste latschen steigt man nicht gleich in den Lift, nein, man geht erstmal in der urige Restaurant gegenüber und genießt am Kamin die Vorfreude auf das Fahren. Ein echtes Gefühl von Urlaub machte sich in mir breit, so kann das öfter gehen. Die Piste, die wir dann testeten, war allerdings kein Urlaub mehr. Ich stand mit ihr von Anfang an auf Kriegsfuß, was sich auch bis zum Schneesturm, der auch den Rest meiner sportliche Motivation wegwehte, nicht änderte. Also ab in die Marschrutka zurück, dort wie eine kleine Ölsardine fühlen und nach einer schnellen Fahrt mit fantastischen Blick auf den Sonnenuntergang hinter dem Kaukasus wieder in den eigenen vier Wänden... Leider ein Urlaub wieder vorbei, aber die Erinnerungen, Bilder und Schmerzen bleiben erstmal. ;-)

Montag, 7. Februar 2011

Gilocav Tamta!

„ Ah, meine Liebe, wie war es in Armenien? Du kommst aber auch immer krank aus dem Urlaub zurück!“ Mit diesen Worten begrüßte mich Teo einen Tag nach meiner Rückkehr nach Georgien und ja, sie hatte es wie immer erfasst. Aber viel Zeit zum Ausruhen und Gesundwerden bleibt einem auch einfach nicht, Tiflis schläft eben nie… Also fast…

Ich fühle mich einfach pudelwohl in Georgien, was ich nicht zuletzt auch meiner lieben, georgischen Familie hier zu verdanken habe, die mich einfach immer mit offenen Armen empfängt und stehts um mein leibliches Wohl besorgt ist. So kam ich nach meinem Urlaub zu Tamtas Geburtstagsfeier und selbst in dem Stress der Partyvorbereitungen, bemerkte Deda, dass ich scheinbar wieder etwas abgenommen hätte. Und das geht ja nicht! Also ran an den Tisch geschoben und alles drauf auf den Teller. Normalerweise stört mich so eine starke Fürsorge ja, aber bei dem leckeren Essen, kann man sich einfach nicht wehren. ;-)

Meine Schwester Teo und ich...
Untermalt wurde das Essen von unzähligen Trinksprüchen auf Gott, Tamta, ihre Eltern, Georgien, Racha und zu fortgeschrittener Stunde auch auf mich, obwohl ich aufgrund der Sprachbarriere niemanden verstand, was auf Gegenseitigkeit beruhte. Zum Glück habe ich ja meine private Dolmetscherin. ;-) Zwischen den Trinksprüchen wurden noch georgische Lieder angestimmt, mal besser mal schlechter, und tanzen kann man in dem kleinen Wohnzimmer trotz schon reingezwängten 15 Leuten auch noch. Insgesamt ein sehr schöner und lustiger Abend, ich bin schonmal auf Teos Geburtstagsfeier gespannt…

Montag, 31. Januar 2011

Armenien Teil 2

Wie schon vor einer Weile versprochen, hier der zweite Teil meines Armenienberichtes. 

(+ jetzt auch endlich alle Bilder:  http://jessicaingeorgien.wordpress.com/2011/02/04/armenien-teil-2/)

06.01.2011: Frohe Weihnachten!

Nach unserem spannenden Ausflug mitten ins Nirgendwo, folgte am nächsten Tag zu meiner Überraschung das armenische Weihnachtsfest. 
Noch ganz georgisch eingestellt, hatte ich dieses für den 07.01. vermutet, nicht schon am 06.01. Aber man ist ja spontan, also ging es früh am Morgen nach Ejmiatzin, einer Stadt nicht weit von Jerewan entfernt, zum Weihnachtsgottesdienst oder so (bin mir nicht sicher, wie es in Armenien genannt wird). Gut gewärmt von den gefühlten 500 anwesenden Menschen, lauschte ich dann ca. 2 Stunden den Gesängen eines echt guten Chores rechts von mir, sowie den Predigten und Liedern der vorne stehenden Priestern. Wie auch in georgischen Kirchen befinden sich in den armenischen keine Bänke, sodass mich schließlich meine schmerzenden Gliedmaßen wieder raus in die Kälte trieben, was ich bei den vorherrschenden -10°C schnell bereute. Trotzdem war der Gottesdienst sehr schön, die Atmosphäre in der großen Kirche mit all den Menschen, den Gesängen und im Licht der unzähligen Kerzen faszinierte mich schon sehr, ein gelungenes zweites Weihnachtsfest eben. ;-) 


07.01.2011: Irgendwie komme ich nicht vom Fleck...

Der nächste Tag sollte dann etwas Sport für mich bringen, wer mich kennt, kann sich meine Begeisterung vorstellen, aber ich bin ja immer offen für Neues. Doch vor meinem Highlight des Tages, ging es erstmal wieder ein paar Runden durch die Stadt und Shoppen. Und wie klein ist die Welt, da trifft man am Platz der Republik auch gleich eine andere Kulturweitfreiwillige aus Georgien. Armenien scheint doch beliebt zu sein. ;-) 
Nun ging es noch kurz zu einem der Wahrzeichen Jerevans, dem Zizernakaberd (Genocide Memorial) oberhalb des Sportkomplexes. Dass in Armenien die Vergangenheit immer noch sehr wichtig zu sein scheint, hatte ich ja schon bei einigen Gesprächen erfahren und wurde mir dort auch noch einmal bewusst. Neben einem riesigen Obelisken, befindet sich eine runde Einbuchtung, in deren Mitte ein ewiges Feuer zum Gedenken der Opfer des Völkermordes an den Armeniern von 1915. Der Boden des Denkmals fällt zum ewigen Feuer hin ab, ebenfalls in dessen Richtung sind die ringsherum liegenden Säulen geneigt. Ich weiß, ich kann sowas schlecht beschreiben, also schaut euch lieber einfach die Bilder an. Jedenfalls ein sehr beklemmendes Gefühl darin, Respekt an den Architekten.
Nach der Besichtigung jedenfalls kam mein Höhepunkt des Urlaubs: Schlittschuh laufen. Das letzte Mal, dass ich auf den Teilen stand, ist eine gefühlte Ewigkeit her, was in Kombination mit meinem eher schwach ausgeprägten Gleichgewichtssinn und mangelnden Inlineskate-erfahrungen eher ungünstig für das Eislaufen ist. Nichts desto trotz, man muss ja alles mal gemacht haben. Also rein in die Schuhe, zum Eis damit stolpern und los geht’s. Oder auch nicht, wenn man nicht vorwärts kommt, so wie meine Person. Also was macht man? Richtig, ich habe mich ziehen lassen. Das kann ich auch inzwischen recht gut. ;-) Eine Stunde mühte ich mich ab, irgendwie vom Fleck zu kommen, doch alle Erklärungsversuche, die Bande, mitziehen lassen und Unterstützung wie: „ Das ist wie Skifahren.“ Halfen recht wenig. Was Sport angeht, bin ich einfach unbegabt, danach hat sich auch nach mehr als einem Jahr Auszeit vom Schulsport nichts geändert. Naja…
Froh und glücklich wieder auf festem Boden angekommen, wurde abends dann wieder die Stadt unsicher gemacht, ungünstig wenn am nächsten Tag erneut ein Ausflug ansteht.


08.01.2011: Der Verfasser des Reiseführers war wohl ein Visionär.

Auch in Armenien gibt es McDonald's!
Trotzdem habe ich es geschafft, pünktlich aufzustehen und mich in die Marschrutka Richtung Gyumri zu schleppen. Gyumri erinnerte mich dann wieder sehr an Georgien. Eine kleine Stadt und das Einzige, was man eigentlich besichtigen kann, sind Kirchen. Und ratet, was wir gemacht haben! Richtig, Kirchen angeschaut. 
Die Erste bestand komplett aus schwarzen Steinen, was ich sehr schön fand und war im Inneren auch sehr gemütlich. Bei der Zweiten musste ich schon sehr, über den Visionär lachen, der den Armenienreiseführer des Trescherverlages verfasst hatte. Schade, dass er das hier wahrscheinlich nicht liest, sonst würde ich ihm sagen: „Nein, die Kirche erstrahlt noch nicht im Glanz und der ursprünglichen Pracht.“ Was da nämlich vor uns lag, war eine eingestürtzte Kirche (durch ein Erdbeben zerstört) mit einem Baukran daneben, der sich wahrscheinlich schon seit Monaten nicht mehr bewegt hatte. Da hatte der Verfasser des Reiseführers wohl nicht mit den armenischen Bauzeiten für Gebäude gerechnet, schade, aber vielleicht ist der Reiseführer ja in 3 Jahren aktuell, wer weiß. ;-) 
Ansonsten fanden wir noch eine russische Kapelle zum Besichtigen, die im Inneren allerdings auch noch nicht fertig war, sodass wir einem Maler auf seinem mehr als klapprig zusammengesteckten und furchtbar knarksenden Gerüst dabei zuschauten, wie sein Engel an der Wand immer mehr Farbe erhielt. Wie auch Georgien, hat Armenien jedenfalls auch eine Mama, die oben über der Stadt Gyumri tront und man von der eben genannten Kapelle aus sehen kann, von Nahem habe ich sie leider nicht gesehen…

Modernes Karussell

09.01.2011: Hust!

Der Tag in Gyumri war sehr schön, wenn auch wieder sehr kalt, was nach fast einer Woche nun am letzten Tag schließlich dazu führte, dass eine Erkältung bei mir Einzug hielt. Wie kann es auch anders sein, Jessi kommt ja immer nur krank aus dem Urlaub bzw. von einer Reise zurück. So war der letzte Tag eher ein Rumgeschleppe mit verstopfter Nase, tränenden Augen und echt nervigem Husten. Und was macht man dagegen? Richtig, shoppen und Süßigkeiten essen. Also ging es vormittags noch schnell auf einen kleinen Markt irgendwo in der Stadtmitte, wo ich mir allerdings nicht viel kaufte, da ich dort das Gefühl hatte, als offensichtlicher Touri gleich mal das Doppelte des herkömmlichen Preises bezahlen zu dürfen. Und da man mit Frauen dort auch nicht verhandelt, verzichtete ich nun auf weiteren Schmuck (habe ja auch eigentlich aus der Türkei noch genug).
Am Abend ging es dann per Marschrutka zurück Richtung Georgien und bei meinem Glück war ich wieder die einzige Frau auf dieser Fahrt. So wurde mir an der Grenze netterweise mein Rucksack getragen und mit einem Hundeblick des georgischen Grenzbeamtens: „You’re so beautiful!“ kam ich schließlich erschöpft und krank, aber glücklich wieder in Georgien an…

Dienstag, 11. Januar 2011

Silvester und Armenien Teil 1

Teil 1:
03.01.11: Die etwas andere Hinfahrt und ein schöner Abend in einer Bar.
04.01.11: Besichtigung Yerevan, armenisches Neujahrsessen
05.01.11: Fahrt nach Khor Virap und Dvin
Teil 2:
06.01.11: Armenisches Weihnachten – Gottesdienst in Ejmiatzin und abends wieder unterwegs
07.01.11: Ausschlafen, Yerevan, Schlittschuhfahren
08.01.11: Fahrt nach Gyumri
09.01.10: Letzter Tag: Vernissage und Grand Candy!!! + Rückfahrt

Silvester
Ein frohes Neues wünsche ich euch allen! Ich hoffe, jeder ist gut reingerutscht. Ich auf jeden Fall, auch wenn ich nicht allen Partyeinladungen nachkommen konnte, die ich hatte, so habe ich doch 3/5 geschafft. Es war dadurch anfangs etwas hektisch, aber trotzdem überall sehr schön und ich konnte so gleich dreimal das typisch georgische Neujahresfest erleben. Ein Problem gab es dabei nur: das Essen! Egal auf welcher Feier, überall gab es viel zu viel zu Essen, wovon man auch alles probieren sollte. Das hatte ich vorher allerdings etwas verdrängt, sodass ich mich schon beim ersten Treffen maßlos überfutterte. Ein reichhaltig gedeckter Tisch bot einfach alles, was man wollte (Ente, Fisch, Chatchapuri, Lobiani, Salate und und und...). Dieses reichhaltige Angebot variierte im Laufe des Abends zwar etwas, aber viel war es immer und jedes Mal ziemlich lecker! Was es zum Essen so leckeres zu trinken gab, verrate ich hier aber nicht. ;-) Jedenfalls schaffte ich es dann doch noch, mich gegen 7 Uhr nach Hause zu rollen...
Viel Zeit zum Erholen blieb mir aber nicht, dann es sollte ja wieder weiter gehen...

03.10.2011: Anreise
Armenischer Sonnenuntergang
Am Montag hatte ich dann vor nach Yerevan zu reisen und dort endlich die anderen Kulturweitfreiwilligen zu besuchen. Doch wie man es in Georgien schon kennt: Es läuft nichts nach Plan! Die Marschrutkas fuhren aus einem mir unverständlichen Grund an diesem Tag nicht (unverständlich in dem Sinne, dass ich die alte Frau, die wild mit ihren Armen wedelte und irgendwas auf Russisch dazu sprach, wieder nicht verstand). Aber der Zufall kommt einem meistens ja sehr gelegen, so entdeckten ein paar Reisende weiter mein Leid und teilten dieses, sodass wir uns ein Sammeltaxi nehmen konnten. Also ging es mit einem kleinen georgischen Taxi, darin gleich vier Nationen vertreten (Georgien, Türkei, Iran und Deutschland natürlich), zur georgisch-armenischen Grenze. Diese liegt mitten in der Einöde zwischen ein paar Bergen und auf beiden Seiten einem gemütlichen Dörfchen. Problem nur: Wir brauchten alle ein Visum, dass man in AMD (Armenischen Dram) zahlen muss und am besten passend, da nicht gewechselt wird. Natürlich hatte ich keine dabei und außer unserem iranischen Mitreisendem sonst auch keiner, so spendierte er uns erstmal allen das Visum. Anmerkung an dieser Stelle: Geld wechseln an der Grenze geht nicht, da sich in dem Dorf davor keine Möglichkeit dafür findet. Genau auf der Grenze zwischen beiden Ländern hinter der Schranke befindet sich eine Möglichkeit, allerdings braucht man das Visum, um hinter diese Schranke zu kommen, etwas doof. Egal, wir schafften es trotzdem alle. Weiter ging es also nach Yerevan. Eigentlich hatte ich geplant, am Hauptbahnhof rausgesetzt zu werden, da aber unser Taxifahrer keine Ahnung hatte, wo sich dieser befand, wurde ich mit zum Flughafen geschliffen. Von dort aus, würde ich mich bei den anderen Freiwilligen melden und schon eine Möglichkeit finden, in die Stadt zu kommen. Allerdings gab es auch an diesem Plan wieder einen Haken: Weder meine georgische noch meine deutsche Simkarte hatten in Armenien Empfang. Unser netter Iraner, der uns schon an der Grenze den Hintern gerettet hatte, aber dafür auch die restliche Fahrt nicht davon abließ, uns auf schlechten Englisch zu erklären, dass die iranischen Frauen die Schönsten der Welt wären und so weiter, kam mir auch hier wieder zu Hilfe. Er hatte als Einziger eine armenische Simkarte dabei, die nur noch etwas Geld brauchte und es konnte losgehen. Also genoss ich noch etwas den Flughafen in Yerevan und ein Gespräch auf Georgisch mit dem Taxifahrer, bis ich schließlich aufgesammelt wurde. Gott sei Dank angekommen, darauf erstmal einen leckeren Cocktail...

04.01.2011: Besichtigung Yerevans und ein armenisches Neujahresessen
Blick von den Kaskaden
Am nächsten Tag ging es dann erstmal an die Besichtigung Yerevans, also z.B. erstmal im Nebel halb die Kaskaden hochgelaufen (der ganze Weg hätte sich bei der mangelnden Sicht ja nicht gelohnt :-)) und auf dem Platz der Republik die Reste des Neujahresfestes anschauen.
Nach einem schnellen Kirchenbesuch ( ja, von denen gibt es auch in Armenien genug) kam dann der Hauptpunkt des Tages: Ein traditionelles Neujahresessen bei einer armenischen Familie. Unsere Gastgeber waren echt total nett und die ganze Zeit um unser Wohl besorgt, sodass ich nach den gefühlten 15 Gängen mehr als satt war... Die Hälfte von uns folgte dann einer weiteren Essenseinladung, die andere Hälfte, zu der auch ich gehörte, ging nach Hause und führte lange, interessante Gespräche bei Tee und Schokolade. Man kann sich vorstellen, wie die Anderen vom zweiten Essen nach Hause kamen und an dem Abend nichts mehr, was nur entfernt mit Bewegung zu tun hatte, möglich war. So wurden die Aktivitäten auf den nächsten Tag verschoben...

05.01.2011: Khor Virap und Dvin
Ich beim Klettern im Kloster

Dieser führte mich zum ersten Mal raus aus Yerevan nach Khor Virap, einem alten Kloster im Süden des Landes, indem einem der „Kirchenvater“ Gregor 15 Jahre in einem Loch eingesperrt gewesen sein soll, bevor er den Herrscher, der ihn einst einsperrte, heilte und zum Dank freigelassen wurde, sodass er im ganzen Land Kirchen errichten konnte. Die Geschichte klingt schon ultra spannend, passend zu der Fahrt zur Kirche. Ursprünglich war geplant, eine Marschrutka bis genau vor die Tore unseres Zieles zu nehmen, es gab aber keine, also nahmen wir auf Anraten eines Armeniers einen Bus bis mitten in die Pampa einige Kilometer vor der Kirche. Dieser wollte uns auch noch in sein Heim einladen, nachdem er aber langsam anfing, uns etwas unheimlich und sehr unangenehm aufzufallen, hielten wir das nächste Taxi an (ja, mitten im armenischen Nirgendwo fahren auch Taxen) und ließen uns schnell zur Kirche bringen. Dort stand dann eine etwas andere Touribesichtigung an. In Deutschland undenkbar: ein 10 m tiefes Loch, in das man ohne Sicherung oder Menschen in der Nähe über eine alte, wacklige, rostige Leiter steigt. Ja, wir haben es gemacht. Wie das so etwa aussah, vermitteln die Bilder, die der Philipp mir netterweise gesponsert hat, da ich mit anderen Sachen beschäftigt war, als Fotos zu machen. Aber spannend war es trotzdem, deswegen kletterten wir auch aus Spaß gleich zweimal, gegenüber des großen Loches befindet sich nämlich noch ein kleineres, das „Kinderloch“, in das man eher kriechen muss, aber es auch nicht so tief runter geht. In die Kirche vor Ort gingen wir natürlich auch noch, an dieser hing auch gleich ein nettes Schild, dass auf die dortige Kopftuchpflicht hinwies, die übrigens nicht in allen armenischen Kirchen besteht, jedenfalls in den meisten, die ich sah, nicht. Vor dem Rückweg gab es dann auf dem Hügel neben der Kirche noch einen leckeren Gipfelkeks und weiter ging es. Da uns das Taxi nach Artashat? zu teuer war, entscheiden wir uns bei gefühlten -10°C mitten durch das armenische Nirgendwo zu latschen und einfach zu hoffen, das irgendwann mal eine Marschrutka vorbeikommt. Letztendlich sammelte uns 100 m vor dem uns schon bekannten Dörfchen mit dem „netten“ Armenier ein Kleinbus auf und brachte uns zur Hauptstraße, wo wir bezahlbare Taxen fanden. In Artashat stiegen wir noch in einen Bus, der uns nach Dvin brachte, wo eine archiologische Ausgrabungsstädte liegt, die wir aber völlig durchgefroren und nach einer weiteren Wanderung aufgaben zu finden. Im Sommer soll sie jedenfalls sehr schön sein, berichtete mir am Abend der Reiseführer. Naja, welcher Depp kommt schon auf die Idee, im Januar nach Armenien zu fahre? ;-)
Der Rückweg war dann wieder vom Glück gesegnet. Völlig erschöpft an der Hauptstraße angekommen, sahen wir einen Bus vorbeifahren, den wir mit schreien und winken doch anhielten. Erst als wir darin saßen bemerkten wir, dass dieser eigentlich schon gar nicht mehr regulär fuhr, der nette Mann schien Feierabend zu haben. Trotzdem nahm er uns mit und beorderte nacheinander Philipp und Rieke zu sich vor, um sich mit ihnen auf Armenisch zu unterhalten. Dazu muss gesagt sein: Philipp versteht genauso viel Armenisch wie ich. :-) Jedenfalls setzte er uns irgendwo in einem kleinen Dorf raus und organisierte auch gleich eine Marschrutka nach Yerevan. Was mich verwunderte: In armenischen Marschrutkas dürfen nur Männer vorne neben dem Fahrer sitzen, Frauen müssen nach hinten, was ich von Georgien nicht so kannte, da ist ja meistens egal. Völlig fertig, aber glücklich kamen wir dann in der warmen Wohnung wieder an, wurden noch lecker bekocht und fielen schließlich tot ins Bett...
Ich, Franzi, Rieke und Laure (von oben links)

So, das war der erste Teil des Armenienberichtes, der zweite folgt bald, keine Sorge. ;-)

Ganz wichtig natürlich, hier alle Bilder zum Eintrag:  http://jessicaingeorgien.wordpress.com/2011/01/11/silvester-und-armenien-teil-1/